Traditionsbetrieb Ika-Kollegen trafen sich zum elften Mal

Karin Schlütter
Beim Ika-Treffen in Fischbach gab es viele gute Gespräche und Erinnerungen. Hier :Dieter Niemtschke, Burghard Schmidt und Lutz Reichel (von links). Foto: privat/privat

Das Schleusinger Motorenwerk war für viele Mitarbeiter viel mehr als nur eine Produktionsstätte, sondern auch eine Art große Familie. Regelmäßig trifft man sich.

Eigentlich wäre es schon das 13. Ika-Treffen gewesen. Doch der Zwangspause durch Corona Corona geschuldet, kamen am Sonntag in Fischbach 42 Frauen und Männer, die im Schleusinger Elektromotorenwerk (vormals IKA) gearbeitet haben, zum 11. Ika-Treffen zusammen.

Es gibt immer ein großes Hallo, wenn sich die alten Arbeitskollegen wieder sehen und in Erinnerungen schwelgen. Sie sind zu recht noch heute stolz auf das, was sie in dem Betrieb geleistet haben, der als Alleinhersteller von Staubsaugermotoren in der DDR weithin bekannt und geschätzt war - bis ihn die Treuhand 1996 abgewickelt hat.

Lutz Reichelt, der Cheforganisator der Treffen, hatte auch diesmal wieder Monitore im Festzelt aufgestellt, um Bilder und Unterlagen aus der Geschichte des Betriebes laufen zu lassen. Aber im Zelt war es viel zu heiß, so dass sich die Ikajaner Plätzchen im Schatten am Festplatz hinter dem Vereinshaus suchten. „Es waren diesmal noch mehr Leute da als beim letzten Mal“, sagte Lutz Reichel. Besuch kam sogar aus Schleusingerneundorf.

Eine Dame, die zwar nicht im EMS gearbeitet hat, hatte beim Aufräumen ein Freies Wort vom August 1983 vorbeigebracht mit einem Artikel über das EGS Suhl, zu dem die Ika gehörte. Nun hoffen alle auf ein Wiedersehen beim 12. Ika-Treffen im nächsten Sommer beim Dorffest in Fischbach.

Im Dezember 1946 wurde die Firma Kober in Suhl am Standort des jetzigen Arbeitsamtes enteignet und in eine SAG (Sowjetische Aktiengesellschaft) umgewandelt. Neuer Rechtsträger wurde im Juni 1950 der VEB IKA (Installation Kabel Apparate) EGS (Elektrogerätewerk Suhl). Dringend notwendige Kapazitätserweiterungen ohne große Baumaßnahmen fand man in der damals schon verstaatlichten Pilz-Strumpffabrik Rockenstein in Schleusingen. Die Bevölkerung von Schleusingen und den umliegenden Ortschaften begrüßte die Industrieansiedlung sehr.

Mit den Fertigungsabteilungen in Erlau, Hinternah, Biberau und Schleusingerneundorf waren am Ende fast 1000 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Bewegende Jahre begannen ab Dezember 1994, als die Management KG Schröder & Partner mit Ulbricht und Nebe das Sagen hatten. Für die noch beschäftigten 120 Mitarbeiter brach eine unsichere Zeit an.

www.ika-schleusingen.de

 

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