Tradition Plan-Kerwa in Effelder

Drei Tage Plankerwa wurde am Wochenende im Frankenblick-Ortsteil Effelder gefeiert und dabei im Dorf mit der Tanzlinde die Fahne der Tradition hochgehalten.

War hot Kerwa? Die Frage ließ sich im Frankenblick-Ortsteil Effelder am Wochenende ziemlich eindeutig beantworten, denn die Festivität war nicht zu übersehen. Ob zur Übergabe von Gießer und Fahne oder bei den Ständela und am Treiben rund um die Tanzlinde nahmen die Einwohner Anteil, auch wenn sich die Witterung nicht immer gnädig zeigte.

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Durchhaltevermögen gefragt

Gleich in mehreren Trupps waren die jungen Leute am Samstag von frühmorgens an unterwegs, um mit musikalischer Unterstützung die Kerwa von Haus zu Haus zu „bringen“. Ständela, das heißt, es gibt Musik, es wird getanzt, die Planpärchen miteinander und auch mit den jeweiligen Hausbewohnern und es gibt zum Dank auch etwas für die Plangesellschaft.

Ob die „Baumänner“ aus Mengersgereuth, die Blasmusiker aus Mupperg und anderen Orten, zwischen Planpärchen und Musik muss nicht weiter abgesprochen werden, die Ständela sind da ein Selbstläufer – wenn auch etwas anstrengend. Immerhin sind Musik und Planleute über mehrere Stunden am Stück unterwegs, bevor es dann weiter zu den Abendveranstaltungen geht und am Sonntagmorgen weiter. Durchhaltevermögen ist gefragt, bei der Kerwa im Speziellen am Wochenende und bei der Kerwa-Tradition im Allgemeinen. Tradition ist auch so etwas wie Verpflichtung und angesichts einer berühmten Tanzlinde, auf der auch schon Herzöge ein Tänzchen mit der Effelder Jugend wagten, kann man in Effelder auch nicht anders. Gemeinsam mit einigen wenigen Orten im Landkreis halten sie die Plantanztradition am Leben – oder verschaffen ihr immer wieder neue Impulse. Keine Frage, in und um den Frankenblick-Ortsteil kann von sterbenden Traditionen nicht gesprochen werden, denn der Nachwuchs steht bereits am Start – oder in den Tanzschuhen. Zur Kinner-Kerwa am Sonntagnachmittag zeigten die Steppkes, was sie so alles können und draufhaben. Kerwa ist eben eine Sache aller Generationen. Und wenn dann die Musik eine andere Melodie spielt, als die eingeübte? Kein Problem, die Knirpse können improvisieren.

Bei manchen kommen Erinnerungen auf, die auch bei den Ständela ausgetauscht werden. „Weißt du noch, damals...“ Zu erzählen gibt es da natürlich einiges. Immerhin reicht die Kerwa-Tradition weit zurück. Bereits um 1800 beschrieb ein Effelder Pfarrer selbige sehr ausführlich. In ihrer Form als Plan-Kerwa nehmen der Tanz unter (oder in) der Linde eine zentrale Rolle ein. Das ist bis heute so und auch die Übergaben von Gießer und Fahne durch die „Obrigkeit“ gehört dazu. Die Frage „War hot Kerwa?“, lässt sich da in Effelder auch ziemlich leicht beantworten.