Tourismus Suhl macht mit beim Rennsteig-Ticket

George Vater
Dabei beim Rennsteig-Ticket: Rennsteig-Bahn in Schmiedefeld. Foto: wai

Nach Jahren des Abwartens und Zögerns tritt die Stadt Suhl dem Kooperationsvertrag zum Rennsteig-Ticket bei – einen bestätigten Haushalt vorausgesetzt.

Suhl - Lange hat die Stadt die Vor- und Nachteile abgewogen, lange um ihre Interessen in der Kooperation des Rennsteig-Tickets, dem Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Gäste gekämpft. Jetzt liegt ein Kooperationsvertrag mit dem Verein Bus und Bahn Thüringen, den anderen beteiligten Kommunen und den Verkehrsunternehmen für das gesamte Stadt- und ÖPNV-Liniengebiet vor, mit dem man gut leben kann.

Bereits seit 2015 sind die Nachbarlandkreise Ilm-Kreis und Hildburghausen mit ihren ÖPNV-Unternehmen, eine Reihe von Kommunen und Beherbergungsträgern Mitglied des Kooperationsvertrages. Zum 1. Januar 2022 soll Suhl folgen. Dann können Übernachtungsgäste auch im Suhler Stadtgebiet kostenlos den ÖPNV nutzen. Die Stadt zahlt dafür einen Finanzausgleich in das System. 129 000 Euro schlagen hier für Suhl zu Buche.

Das funktioniert allerdings nur mit einem bestätigten Haushalt – den Suhl für 2021 noch immer nicht hat, weil das Land die auch in diesem Jahr benötigte Bedarfszuweisung noch nicht bewilligt hat.

Zur Finanzierung rechnet die Stadt Suhl mit 55 Cent pro kurbeitragspflichtiger Übernachtung ab, die Ortsteile Gehlberg, Schmiedefeld und Vesser rechnen als Gemeinden im ländlichen Raum mit jeweils 37 Cent pro kurbeitragspflichtiger Übernachtung ab.

Schon 2015 stand die Entscheidung für einen Beitritt zum Rennsteig-Ticket im Raum. Damals lehnten die Stadträte das eindeutig ab. Man fühlte sich über den Tisch gezogen. Das von Ilm-Kreis Landrätin Petra Eders vehement vorangetriebene Modell hätte Suhl viel Geld gekostet, aber kaum einen Nutzen gebracht und gegenüber den Nachbarkreisen benachteiligt. „8000 Euro Rückfluss an die SNG hätte es gegeben – ohne Einbeziehung des SNG-Liniennetzes in den Gültigkeitsbereich des Rennsteig-Tickets“, erinnert der damalige Oberbürgermeister und jetzige Freie Wähler-Stadtrat Jens Triebel. „Das hätten wir nicht machen können.“

Nun aber, da die Karten nach einer zweiten Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Rennsteig-Tickets neu gemischt sind, macht ein Beitritt Suhls Sinn. Für die SNG wird jetzt von Beginn an mit einer Ausschüttung von circa 100 000 Euro Fahrgeldern gerechnet – sofern sich die Übernachtungszahlen im Stadtgebiet wieder an die Zeit vor der Corona-Pandemie annähern.

Das System des Rennsteig-Tickets ist ein Mobilitätsangebot nach dem Solidarprinzip. Der Suhler Beitritt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen touristischen Vermarktung der Südthüringer Region.

 

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