Tourismus in Schleusingen Wenn eine Stadtkarte zum Kunstwerk wird

Altstadtvereinsvorsitzender Jörg Zinn Foto: frankphoto

Eine handgezeichnete dreidimensionale Stadtkarte ist ein weiterer Meilenstein dazu, Schleusingen besser für den Tourismus zu erschließen. Sie ist ein Blickfang am Busbahnhof und am Prof. Franke-Platz.

Schleusingen - Es ist ein Kunstwerk, das der Altstadtverein am Samstag der Öffentlichkeit übergibt. Eine ganz besondere Stadtkarte ist unter den Händen des Designers und Grafikers Roland Heim entstanden. Der Schmalkalder hat sich auf solche handgezeichneten, detailgetreuen, dreidimensionalen Pläne spezialisiert, beispielsweise auch für die Stadt Meiningen. Eine solche besondere Karte würde auch der Stadt Schleusingen gut zu Gesicht stehen, dachten sich die Mitglieder des Altstadtvereins. Sie suchten sich Partner, stellten sie im Kulturausschuss vor. Seit vergangenem Samstag nun kann jeder die beiden Tafeln bestaunen. Für die Schleusinger vielleicht eine Erinnerung an den Schatz, die die Stadt mit ihren wertvollen Denkmalen besitzt. Für die Fremden Inspiration, sich auf eine Reise durch die Altstadt zu begeben.

Es sei kein einfacher Weg gewesen von der Idee bis zur Fertigstellung, erinnert Jörg Zinn, der Vorsitzende des Altstadtvereins bei der Präsentation der Karte im Künstlerhof Roter Ochse, dort, wo der Verein seinen Sitz hat. Seit 2016 wird das Ziel verfolgt, für Schleusingen eine solche Karte zu bekommen. Letztendlich hat der Lockdown in der Pandemie den Endspurt verzögert. „Und ohne Fördermittelgeber wäre das Ziel auch nicht erreicht worden“, betont Jörg Zinn und dankt all jenen, die mitgewirkt haben. So gab es Lottomittel, die Uwe Höhn, damals als Staatssekretär, locker gemacht hatte, es gab Unterstützung durch den Verein „Alternative 54“ und es gab 1500 Euro aus der Projektförderung der Stadt für Vereine. Unterm Strich sind gut 6500 Euro in das Kartenprojekt geflossen.

„Wir haben das Projekt sehr gründlich vorbereitet“, erklärt Jörg Zinn. „Wir haben eigens eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich damit befasst hat.“ Zudem sei eine Drohne gesponsert worden, die Luftaufnahmen von den Objekten gemacht hat. Diese Aufnahmen waren dem Designer eine große Hilfe. „Überhaupt ist es eine sehr gute Zusammenarbeit gewesen, die mir viel Spaß gemacht hat“, sagt Roland Heim.

„Das ist ein wunderbares Beispiel für die Förderung solcher Vereinsprojekte“, lobt Bürgermeister André Henneberg. „Es ist eine tolle Idee des Altstadtvereins und die Karte ist richtig gut geworden.“ Er freue sich, dass das gemeinsame Projekt unter aktiver Mitwirkung der Touristikerin Maria Diemb bis zur Druckreife und Aufstellung an den beiden Standorten so gut gelungen ist. Auf der Rückseite der Aufsteller ist übrigens ein „normaler Stadtplan“ zu finden.

Das Besondere an der künstlerischen Karte sind auch die 18 Einzeldenkmale, die ringsherum abgebildet sind. „Es war uns Anliegen, den Blick auf diese historischen Objekte und ihren Erhalt zu lenken“, betont Jörg Zinn, der sich auch beim Naturhistorischen Museum beziehungsweise der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der Kirchgemeinde bedankt. Beide haben diese speziellen Arbeiten mit finanziert. „Bei einigen Objekten haben wir das Dach geöffnet und geben den Blick ins Innere frei.“ So kann der Betrachter zum Beispiel in die beiden Kirchen hineinschauen. Auch auf die alte Stadtmauer und den Wassergraben wird auf der Stadtkarte hingewiesen. „Einige Holzrohre, die bei Bauarbeiten gefunden wurden“, sind übrigens im Museum zu sehen“, wies Ralf Werneburg hin. Er ist, wie auch Reinhard Hotop als Vertreter der Kirchgemeinde, sehr erfreut über das gelungene Werk, zumal mit den Einzelzeichnungen auch anderweitig gearbeitet werden kann.

Die digitalisierte Stadtkarte ist nun auch Grundlage für weitere Vorhaben. So sollen noch handliche Pläne oder Flyer gedruckt werden, mit denen Touristen die Stadt eigenständig erkunden können.

Nachgedacht werden sollte unbedingt über einen weiteren, einen zentraleren Standort, empfiehlt der Schleusinger Bildhauer Benedikt Solga. Beispielsweise wäre in der Burgstraße ein gute Standort. Doch in Sachen Tourismus ist ja einiges in Bewegung und voraussichtlich ab 1. Januar wird Maria Diemb in der Tourist-Information von einer weiteren Mitarbeiterin unterstützt, kündigt der Bürgermeister an.

 

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