Toter in Schmalkalden Obdachloser an Unterkühlung gestorben

Im Park Am Katzensprung wurde der Obdachlose gefunden. Foto: FW/Sascha Willms

Der tote Obdachlose von Schmalkalden ist vermutlich an Unterkühlung gestorben. Am 22. September hatten Rettungskräfte den 62-Jährigen auf einer Parkbank gefunden.

Der 62-jährige obdachlose Mann, der Mitte September tot auf einer Parkbank in Schmalkalden gefunden worden war, ist offenbar an Unterkühlung gestorben. Das haben die Ermittlungen der Polizei ergeben. Ein Fremdverschulden konnte ausgeschlossen werden, sagte Polizeisprecherin Julia Kohl auf Nachfrage unserer Zeitung.

Rettungskräfte hatten den bereits gesundheitlich angeschlagenen Mann in den frühen Morgenstunden des 22. September tot auf einer Bank im Park „Am Katzensprung“ gefunden. Neben ihm stand ein Trolley, drumherum verstreut lagen verschiedene Kleidungsstücke. Etwa vier Wochen vor seinem Tod war der Mann in Schmalkalden aufgetaucht. Dem Vernehmen nach soll er gesundheitliche Probleme gehabt, medizinische Hilfe aber abgelehnt haben, wie Angebote der Stadt, die Notunterkunft zu nutzen. Der öffentliche Tod des Mannes hatte in der Fachwerk- und Hochschulstadt große Bestürzung ausgelöst. Den Vorfall hat die Stadtverwaltung zum Anlass genommen, um nach Lücken im Hilfenetz zu suchen und diese zu schließen.

In besagter Septembernacht lagen die Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich. Gerade jetzt, wenn es wieder kälter wird, ist es wichtig, genau hinzusehen, sagt Bürgermeister Kaminski. Denn Menschen ohne festen Wohnsitz sind im Winter besonders gefährdet. Mit einem jüngeren Mann hat Schmalkalden seit längerem einen weiteren „Problemfall“. Gebürtig aus Eisenach hält er sich hin und wieder für längere Zeit in der Fachwerkstadt auf. Wenn er – aufgrund einer psychischen Erkrankung – schreiend und wild gestikulierend durch die Innenstadt läuft, sorgt das für öffentliches Aufsehen und Irritationen. Da der Eisenacher mit Notunterkünften, mit den Bewohnern, schlechte Erfahrungen gemacht hat, meidet er diese und schläft lieber im Freien. Eingedeckt mit Kleidung, die er sich offensichtlich aus den Kleidercontainern holt. In einer ihm zugewiesenen kleinen Wohnung blieb der Mann nur sechs Wochen. Trotz einer 1:1 Betreuung, die ihm die Stadt zur Seite gestellt hat. „Er ist nicht einzufangen“, sagt Schmalkaldens Ordnungsamtsleiterin Stefanie Kirchner. „Jetzt im Winter müssen wir früh nach ihm gesehen.“

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