Auch der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Martin Burkert, fragt sich immer wieder, wieso Bahnmitarbeiter ähnlich wie Polizisten und Feuerwehrleute in den Fokus geraten. Einer Umfrage der EVG zufolge haben bereits 82 Prozent der Bahnmitarbeiter verbale oder körperliche Übergriffe bei der Arbeit erlebt. Die Befragung erfolgte im Februar 2024 online, knapp 4.000 Zugbegleiter, Servicekräfte im Bahnhof und Hotline-Mitarbeiter nahmen der EVG zufolge teil.
Forderung nach mehr Personal
"Wir brauchen eine Doppelbesetzung in den Zügen des Schienenpersonennahverkehrs", sagte Burkert der dpa. Bislang gehen die Zugbegleiter in Regionalzügen in der Regel allein durch die Abteile, anders als Kontrolleure zum Beispiel in Bussen. Ändern könnten das die Länder bei der Festlegung, wie viel Nahverkehr mit wie viel Personal angeboten werden soll. Zudem fordert Burkert mehr Bodycams mit Ton und eine Ausweitung des Konzepts von Notrufknöpfen in Regionalzügen.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert mehr Sicherheitspersonal in den Zügen. "Wir erkennen seit langer Zeit die wachsende Kriminalität und Brutalität auch im Bahnbereich", sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der "Rheinischen Post". "Seit Jahren fordern wir die Aufstockung des Personals in diesem Bereich."