Tod von Conny Göbel Breitungen trauert – und hilft

Überraschend ist ein junger Breitunger gestorben. Die Anteilnahme im Ort ist groß. Wie groß, zeigt sich auch an einer Spendenaktion. Die Heimatzeitung sammelt mit.

Mit diesem Foto von Conny Göbel wurde die Online-Spendenaktion bebildert. Foto: privat

Conny Göbel war in Breitungen bekannt. Bei den Handballern ebenso wie bei den Borussen-Fans vom „Werrataler Gelbfieber“. Vor Jahren begleitete er die Nachtwächterrunden durch den Ort, er war Kirmesbursche und zählte zum Organisationsteam des „Bretinga“-Festivals. 2019 zog er für die SPD in den Gemeinderat ein.

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Am Sonntag ist Conny Göbel im Alter von 36 Jahren unerwartet verstorben. Er hinterlässt eine siebenjährige Tochter und eine schwangere Freundin.

Nachrufe im Internet

Die Nachricht vom frühen Tod des Breitungers verbreitete sich rasant. Nicht nur, weil Breitungen ein Dorf ist. Die Anteilnahme schlug sich auch im Internet nieder, wurde in sozialen Medien geteilt und weitergeleitet, begleitet von einer wachsenden Zahl an Beileidsbekundungen.

Als am Sonntagabend immer mehr Freunde von Conny Göbel in Breitungen zusammenkamen, um in ihrem Schreck und ihrer Trauer nicht allein zu sein, sei die Idee mit der Online-Spendensammlung aufgekommen, erzählt Daniel Gutkowski. Man wolle die Familie, deren Hauptverdiener nun so plötzlich fehle, finanziell unterstützen. Gutkowski hat den Spendenaufruf organisiert und am Montagabend online gestellt.

„Mit schweren Herzen nehmen wir Abschied von Conny, der im Alter von nur 36 Jahren plötzlich und völlig unerwartet aus dem Leben gerissen wurde“, heißt es darin. Niemand sei auf diesen Abschied vorbereitet gewesen. „Conny hinterlässt seine Partnerin und seine geliebte siebenjährige Tochter – sowie ein weiteres Kind, das er nie in den Armen halten kann.“

„Die finanzielle Last erleichtern“

Neben der emotionalen Trauer stünden die Hinterbliebenen nun auch vor großen Sorgen und Herausforderungen. Die Freunde wollten „in dieser schweren Zeit nicht tatenlos zusehen“. Mit der Spendenaktion wollten sie „der Familie Halt geben und zumindest die finanzielle Last ein wenig erleichtern“.

Die Anteilnahme war und ist groß. „Es war beeindruckend, wie groß“, sagt Daniel Gutkowski. Nach wenigen Stunden waren bereits mehr als 10.000 Euro zusammengekommen. Mehrere hundert Personen hatten, teils mit Namen, teils anonym, einen kleinen oder größeren Beitrag in die virtuelle Spendendose gesteckt. Am Dienstagnachmittag kletterte die Summe auf mehr als 25.000 Euro. Rund 700 Personen hatten bis dahin „ein Zeichen von Mitgefühl, Solidarität und Unterstützung“ geschickt, wie es im Spendenaufruf heißt. Und die Zahl der Spender steigt weiter.

Auch mal unbequem und streitbar

Auch der frühere Breitunger Bürgermeister und spätere Landrat, Peter Heimrich, erinnert in den sozialen Medien an Conny Göbel. „Ich kannte ihn schon als jungen Burschen, meinungsstark, aktiv, auch mal unbequem und streitbar. So wie Jugend halt sein muss!“, schreibt er auf Facebook zu einem Bild, das Conny Göbel 2019 als Kandidaten für die Gemeinderatswahl zeigt. Der damals 29-Jährige wollte vor allem „Ansprechpartner für die Jungen im Ort sein.“

Kurz vor Ablauf der Legislatur legte Conny Göbel sein Mandat nieder. Er habe vor allem für seine Tochter da sein wollen, erzählt Peter Dittmar, der seit 24 Jahren mit Conny Göbel befreundet ist. Alles habe sich um seine Tochter gedreht, sagt der beste Freund. Und er sei so stolz gewesen, bald zum zweiten Mal Vater zu werden.

Lustiger Sprücheklopfer

Die Freunde vom Werrataler Gelbfieber erinnern an ihren „positiv verrückten lustigen Sprücheklopfer“, den jeder gemocht habe – und an den „besten Minigolfer weit und breit“. Er hatte den Borussen-Fans beim Turnier der Breitunger Vereine vordere Plätze beschert.

Die Handballer der HSG Werratal trauern um ihren „Hallensprecher, früheren Trainer und langjährigen Spieler“. Mit seiner lauten Stimme, seinem Humor und seiner offenen Art sei er bei unzähligen Heimspielen präsent gewesen und habe die Handballer auch auswärts begleitet. Er war zeitweise Übungsleiter, habe „Gemeinschaft gelebt und Menschen verbunden“. Auch die Handballer unterstützen die Spendenaktion und haben angekündigt, bei ihrem nächsten Heimspiel ebenfalls sammeln zu wollen.

Foto: Verlag

Spenden auch über „Freies Wort hilft

Wer die Familie von Conny Göbel unterstützen möchte, kann dies außer über die Online-Spendenaktion auch über das Hilfswerk der Heimatzeitungen tun.

Unter dem Stichwort „Conny“ können Spenden auf das Konto mit der IBAN DE39 8405 0000 1705 0170 17 überwiesen werden. Die eingehenden Beträge sind steuerlich absetzbar und kommen ohne Abzüge direkt den Menschen zugute, die Hilfe benötigen. „Freies Wort hilft – MITEINANDER FÜREINANDER“ ist das gemeinnützige Hilfswerk der drei Tageszeitungen in Südthüringen und steht für unbürokratische und zielgerichtete Unterstützung.