Ob auch dann fast vierzig Prozent der Thüringer auf Rechtspopulisten setzen würden, wenn so einer wie Bernhard Vogel noch heute ihr Ministerpräsident wäre? Eine spekulative Frage, auf die es keine Antwort gibt, und die sich doch mancher nach dem Tod dieses Ausnahmepolitikers stellt. Vogel war ein konservativer Knochen, ein Nachkriegspolitiker alten Schlages, unironisch, mit Härte und Entschlossenheit und zugleich ausgleichend nach außen. Auch im schärfsten Konflikt noch ein Stück Heiterkeit bewahren, Respekt für jeden zeigen und keinen Zweifel daran lassen: Hier dient jemand dem Land, unbestechlich und rund um die Uhr im Dienst. So führte Vogel seine Thüringer CDU auf heute für keine Partei mehr denkbare 51 Prozent bei der Landtagswahl.