Grüne: "Anfälligkeit der Massentierhaltung" offengelegt
Eine Seuche wie die Vogelgrippe legt aus Sicht der Grünen im Bundestag die Anfälligkeit der Massentierhaltung offen. "Dass die Ausbreitung der Vogelgrippe für viele Geflügel-Betriebe eine so große wirtschaftliche Gefahr bedeutet, weist auf ein grundsätzliches, strukturelles Problem hin: zu große Ställe mit zu hoher Besatzdichte", sagte Zoe Mayer, Sprecherin für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat und Tierschutzbeauftragte.
Derzeit könnten mehrere zehntausend Tiere zusammen auf engstem Raum gehalten werden. Im Fall einer Tierseuche werde dann die Tötung einer enorm großen Anzahl von Tieren notwendig. "Dieses Problem löst man nicht mit höheren Entschädigungssätzen auf Kosten der Steuerzahler", sagte Mayer.
"Stattdessen sollte die Politik Rahmenbedingungen schaffen, damit weniger Tiere besser gehalten werden können." Davon unabhängig unterstützten die Grünen in der jetzigen Situation ein koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen von Bund und Ländern, um die Verbreitung der Vogelgrippe einzudämmen.
Kranichsterben in Ostprignitz dauert an
Das Kranichsterben im Nordwesten des Landes Brandenburg infolge des Vogelgrippevirus geht unvermindert weiter. Es werde davon ausgegangen, dass inzwischen etwa 1.200 Tiere verendet seien, sagte der Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, Rald Reinhardt (SPD), im RBB-Inforadio. "Es ist bedrückend. Die Ehrenamtler, wenn man mit ihnen spricht, sind tatsächlich aufgewühlt." Das Aufsammeln der Kadaver führe nicht nur zu körperlicher Erschöpfung, sondern sei auch eine psychische Belastung.