Tierschutz Osterfeuer sind oft tödliche Falle für Wildtiere

Der Tierschutzverein Südthüringen bittet darum, vor dem Entzünden von Osterfeuern einige Hinweise zum Schutz von Wildtieren zu beachten.

Osterfeuer sind eine wunderbare Tradition. Allerdings sollte man dabei auch an den Schutz von Wildtieren denken. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Zur Osterzeit lebt in Deutschland an vielen Orten eine Tradition auf: das Osterfeuer. Eigentlich ist dies ein heidnischer Brauch, der von unseren germanischen Vorfahren stammt. Doch vor sehr vielen Jahren wurde er zum Bestandteil des christlichen Osterbrauchtums.

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Leider ist vielen Menschen nicht bewusst, dass von Osterfeuern eine große Gefahr ausgehen kann. Dies betrifft sowohl die Menschen, die das Schauspiel des Feuers gemeinsam genießen wollen, als auch – jedoch meist mit viel schrecklicheren Konsequenzen – Wildtiere. Darauf weist der Tierschutzverein Südthüringen in einer aktuellen Mitteilung hin.

Ein scheinbar perfekter Platz

Oft wird das Holz für ein Osterfeuer über einen langen Zeitraum gesammelt und aufgeschichtet. Es soll ja ein besonders großes und schönes Feuer werden. Doch Tiere kennen keine Osterfeuer. Für sie sind die schön gestapelten Holzhaufen eine Einladung, sich zwischen den toten Zweigen häuslich einzurichten und darin den Winter zu verbringen oder sich anderweitig darin niederzulassen.

Jetzt im Frühjahr beginnt die Brutsaison und heimische Singvögel denken, das aufgeschichtete Holz wäre der perfekte Platz zum Nestbau. Igel, Mäuse, Amphibien und andere Tiere nutzen die Holzhaufen als Winterquartier und übernachten auch im Frühjahr noch gerne an dem gewohnten, bisher so schönen Platz.

Tiere sitzen in tödlicher Falle

Kommen jetzt Menschen, so verschreckt sie das. Doch statt zu flüchten verhalten sie sich möglichst still und unauffällig. Sie warten darauf, dass der störende Mensch einfach wieder verschwindet.

Doch die Menschen gehen nicht weg, sie zünden das Holz an – und die Wildtiere sitzen in einer tödlichen Falle. Eine Flucht versuchen sie oftmals viel zu spät. Dann sind sie meist schon von den Flammen eingeschlossen. Viele Tiere ersticken dann qualvoll am Rauch oder verbrennen sogar bei lebendigem Leib.

„ Können Sie sich vorstellen, wie sich das anfühlt? Wollen Sie das selbst erleben?“, fragt der Tierschutzverein Südthüringen. „Wir wünschen solch ein grausames Schicksal weder Mensch noch Tier.“

Holz direkt vor Anzünden aufschichten

Deshalb bitten die Tierschützer alle, die gerade ein Osterfeuer organisieren: „Unsere Tierwelt leidet schon genug unter der Habitatzerstörung, für die wir Menschen zum größten Teil verantwortlich sind. Ein Feuer zu Ostern ist ein schöner Brauch – niemand muss darauf verzichten. Nutzen Sie Feuerschalen oder Feuertonnen, die Sie erst direkt vor dem Anzünden befüllen. Das ist vielleicht nicht ganz so spektakulär, doch immer noch eine wunderbare Kulisse für die Osterfeuernacht.“

Alternativ könne das gesammelte Holz auch erst direkt vor dem Anzünden des Feuers aufgeschichtet und sichergestellt werden, dass alle dort versteckten Tiere vorsichtig an einen artgerechten sicheren Platz gebracht werden.