Tierischer Polizeieinsatz Großer Bienenschwarm an Bushaltestelle

Ein ganzer Bienenschwarm hat an einer Suhler Bushaltestelle für einen Polizeieinsatz gesorgt. Ein Imker konnte schließlich helfen.

Ein großer Bienenschwarm hat sich am Samstag aus dem Staub gemacht und an einem Baum in der Schützentraße niedergelassen. Ein Imker musste helfen. Die abgebildete Situation ist symbolisch. Foto: / dpa/Peter Steffen

Suhl - Schrecksekunde am Samstagabend in der Suhler Schützenstraße: Ein großer Bienenschwarm hatte sich in einem Baum neben einer Bushaltestelle niedergelassen und sorgte mit diesem Bild für einige Unruhe. Ein Anwohner hat deshalb gegen 20.30 Uhr die Polizei verständigt. Die kann da allerdings weder mit Ordnungsgeldern, Anzeigen oder gar Schusswaffengebrauch helfen. Die Beamten riefen deshalb einen Imker aus Suhl zu Hilfe, wie es im Polizeibericht vom Sonntag heißt. Der nahm den heimatlosen Schwarm zu sich. Woher die Bienen ursprünglich stammten, konnte nicht mehr ermittelt werden.

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Schwarmtrieb bezeichnet die natürliche, angeborene Handlungsbereitschaft der Honigbienen, ihre Staaten durch Teilung zu vermehren. Ausgelöst wird dieser Trieb zum Schwärmen durch das Stärkerwerden des Bienenvolks im Frühsommer, abhängig vor allem vom Platzangebot und der Versorgungslage mit Nahrung.

Im Frühsommer verfügt ein Bienenvolk über den größten Bestand an Individuen im Jahreslauf. Dadurch sind viele Ammenbienen vorhanden, die Brut pflegen wollen, aber nicht mehr ausreichend Brut vorfinden. Dies ist beispielsweise bei einer zu eng werdenden Behausung der Fall.

Die Bienen fangen dann an, bis zu etwa einem Dutzend besonders große Zellen, sogenannte Weiselzellen, zu errichten. In den folgenden Tagen werden diese Zellen auch bestiftet (die Königin legt jeweils ein Ei hinein). Die sich entwickelnden Larven werden ausschließlich mit einem speziellen, von den Ammenbienen erzeugten Futtersaft, dem Gelée royale, ernährt und wachsen schnell heran, um am 16. Tag nach der Eiablage als neue Königinnen zu schlüpfen. In der Zwischenzeit hat die Königin mit dem Eierlegen (für die normale Bienenbrut) aufgehört und ist dadurch wieder schlank und flugfähig geworden.

Am neunten Tag nach der Eiablage, oder bei schlechtem Wetter an einem darauf folgenden, verlassen schlagartig, meist vormittags zwischen 11 und 12 Uhr Tausende von Bienen (10 000 und mehr) mit ihrer Königin in einer riesigen Wolke den Bienenstock.

Sie sammeln sich später nahe dem Muttervolk an einer Stelle als Schwarmtraube, beispielsweise in Baumzweigen. Dort legen sie eine Ruhepause ein, um sich weiter zu orientieren. Als Nächstes werden einige hundert Spurbienen losgeschickt. Diese suchen in der weiteren Umgebung nach einer geeigneten neuen Nistgelegenheit, möglichst einer Baumhöhle. Sollte die Suche nicht erfolgreich sein, kann sich auch der ganze Schwarm geschlossen erheben und weiterfliegen. An einer zweiten Zwischenstation sammelt sich der Schwarm erneut.

Die Erkundung eines geeigneten Nistplatzes beginnt dann von Neuem. Bei diesen Erkundungen kehren immer wieder Spurbienen zum Schwarm zurück und führen auf der Oberfläche der Schwarmtraube den Schwänzeltanz auf, um weitere Kundschafter an die neu entdeckten Orte zu locken.

Nach dem Bienenrecht behält der Imker das Eigentum am Schwarm, solange er ihn unverzüglich verfolgt. Dabei darf er fremde Grundstücke betreten. Zieht der Schwarm in einen bereits besetzten Stock, so gehört er dem Eigentümer des Volks, welches bisher darin wohnte. Der Eigentümer des einziehenden Schwarms verliert seine Rechte.