Tiergarten Neufang Rathaus widerspricht Gerüchten zum Tiergarten

Der Orakel-Ochse geschlachtet und verzehrt, das Känguru einem Herzinfarkt erlegen, der Emu von einem Artgenossen erschlagen – die Nachrichten aus dem Tiergarten in Sonneberg-Neufang wurden im Stadtrat diskutiert. Die Stadtverwaltung beruhigt: Es wird ein neues Konzept für die Anlage geben, Stadträte und Bürger werden beteiligt. Eine Schließung steht nicht zur Diskussion.

Sonneberg - Der Orakel-Ochse geschlachtet und verzehrt, das Känguru einem Herzinfarkt erlegen, der Emu von einem Artgenossen erschlagen, die Schweine wegen Haltungsproblemen verkauft und Alpakas einem Züchter überlassen, der dafür Ponys einreitet – für Außenstehende klingt das nach Tohuwabohu in Neufang.

Die Stadtverwaltung nimmt nun die Hitze aus der Debatte und verweist auf ein Konzept, das die Zukunftsfähigkeit des Tierparks sichern soll: Mit der Übergabe der neuen Parkplätze am Tiergarten Neufang Anfang Juni sei ein Impuls für Veränderungen der gesamten Anlage gesetzt worden, heißt es aus dem Rathaus.

Bereits im Dezember 2020 hat der Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für das Bauleitplanverfahren Tiergarten einstimmig freigegeben. Mit nur einer Enthaltung wurden die Planungsabsichten am 20. Mai dieses Jahres vom Stadtrat in öffentlicher Sitzung gebilligt und zur Auslegung beschlossen. „Für die Neudefinition der Flächen und die Sicherstellung des zukünftigen Betriebs des Tiergartens gab es breite Zustimmung“, heißt es in einer Mitteilung.

Öffentlich einsehbar sind die geplanten Veränderungen seit 7. Juli im Flur des Stadtbauamts (Westflügel, drittes Obergeschoss, Zimmer 56). Sie wurden außerdem im Juni-Amtsblatt der Stadt Sonneberg veröffentlicht und sind auf den Internetseiten der Stadt Sonneberg abgelegt (www.sonneberg.de/buergerservice/stadtbauamt).

Das Gebiet soll planerisch neu geordnet werden. Neben der Tiergarten-Nutzung sollen Wohnmobilstellplätze als ein weiteres Standbein helfen – auch zur Stärkung der örtlichen Gastronomie.

Das Bauleitplanverfahren läuft seit Dezember 2020 unter Einbindung der Fachgremien des Stadtrates, der Träger öffentlicher Belange und der Bevölkerung im Rahmen der Auslegungsphase. „Erst mit Abschluss des Verfahrens ist die weitere Nutzung konkret definiert. Das bedeutet, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, klingt es aus dem Rathaus.

Die geplanten Veränderungen des Tiergartens sind nach Einschätzung der Verwaltung unumgänglich. Der bauliche Zustandes, artgerechter Haltebedingungen und die Attraktivität als lokales Ausflugsziel und für andere Touristen lassen keine andere Wahl.

Der An- und Verkauf von Tieren gehört zum alltäglichen Geschäft eines Tiergartens, genauso wie die artgerechte Haltung der Tiere – stellt man klar. Aus diesem Ansatz heraus sollten nicht nur bauliche Veränderungen folgen, sondern auch der Tierbestand neu geordnet werden. Dabei ist es das Ziel, wieder zum Konzept eines Heimattiergartens, der die Fauna der Region widerspiegelt, zurückzukehren.

Mit den Veränderungen werde der Tiergarten nachhaltig als Einrichtung der Stadt Sonneberg sicher in die Zukunft geführt, hofft man im Rathaus. Die Stadt sei bestrebt, allen Anforderungen gerecht zu werden. Der Bebauungsplan ist das notwendige rechtliche Fundament für eine klare Tiergarten-Perspektive.

„Gerüchte, der Tiergarten könnte schließen oder werde komplett durch einen Campingplatz ersetzt, sind völlig haltlos“, greift der erste Beigeordnete Christian Dressel die derzeitige öffentliche Debatte auf. Erst in diesem Jahr seien zusätzlich zu den laufenden Betriebskosten von 165 000 Euro pro Jahr rund 50 000 Euro zusätzlich investiert worden, unter anderem für eine Verbesserung der Parksituation.

In der Vergangenheit wurde der Tiergarten durch einen eigens gegründeten Förderverein unterstützt. Darauf wird die Einrichtung auch in Zukunft angewiesen sein. Jegliches ehrenamtliches Engagement wird von der Stadtverwaltung ausdrücklich begrüßt. Nach der Sommerpause werden die Gremien des Stadtrates die Themen weiterbearbeiten und abschließend entscheiden.

Nach einem kräftezehrenden Corona-Jahr und vielen Unwetter-Kapriolen freuen sich das Tiergarten-Team und die örtliche Gastronomie über Besucher in der Ferienzeit: dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr). Montags ist Ruhetag beziehungsweise nur für Schulklassen und Kindergarten-Gruppen geöffnet.

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