Schon im vergangenen Jahr gab es Nachwuchs
"Die Geschwister aus dem letzten Jahr sind inzwischen weitgehend selbständig und halten sich nach wie vor im Projektgebiet auf. Die wiederholte Fortpflanzung ist ein bedeutender Erfolg für den Luchs in Sachsen und auch ein Zeichen dafür, dass sich die Luchsdame hier wohlfühlt", gibt die Behörde zu Protokoll. Catriona Blum-Rérat spricht von einem Meilenstein für das Luchsprogramm, das unter dem Namen "RELynx Sachsen" firmiert.
Europäisches Zuchtprogramm für den Karpatenluchs
Die für eine Auswilderung vorgesehenen Tiere sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für den Karpatenluchs. Die Verteilung der Nachzuchten erfolgt über das Expertennetzwerk Linking Lynx. Ziel ist es, die unterschiedlichen Populationen in Deutschland und darüber hinaus miteinander zu verbinden und eine überlebensfähige "Luchs-Metapopulation" zu etablieren. Sie soll sich von den Karpaten über die deutschen Mittelgebirge bis in den Jura und die Westalpen erstrecken.
In Sachsen sollen insgesamt 20 Luchse ausgewildert werden - mit Lotta und Luca sind es nun neun. Mit jedem weiteren ausgewilderten Luchs wächst zudem der Genpool. Im Erzgebirge soll eine sogenannte Trittsteinpopulation entstehen - die zur Vernetzung mit Luchsen in Thüringen, Tschechien und Bayern führt. Blum-Rérat attestiert dem Projekt Erfolg. "Wir haben Reproduktion, wir haben sesshafte Tiere, wir haben Zuwanderung aus anderen Populationen. Alles das ist ein Grund zur Freude."
160 Namensvorschläge für die Luchse
Der Eibenstocker Revierleiter Andreas Pommer hat die 2024 begonnene Auswilderung von Anfang an begleitet. Anfangs habe es auch Sorgen in der Bevölkerung und Vorbehalte bei den Jägern gegeben. Doch das sei inzwischen ausgeräumt. Einheimische haben den beiden Neuzugängen Lotta und Luca auch die Namen per Ranking gegeben. 160 Vorschläge gab es. An Namen soll es weiteren sächsischen Luchsen nicht fehlen.