THW-Festveranstaltung Großer Bahnhof für die blauen Engel aus Suhl

Die ausgezeichneten THWler des Suhler Ortsverbandes. Foto: frankphoto.de/K.-H. Frank

Am 2. November 1991 wurde im Oberrathaussaal der Ortsverband Suhl des THW aus der Taufe gehoben. Am Samstag wurde dort mit einer Festveranstaltung das 30-jährige (plus eins) Bestehen gewürdigt.

Der kommissarische Suhler Ortsbeauftragte Ingo Ortlepp erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge des THW in Suhl, dessen Ortsverband mit Unterstützung des Paten-Ortsverbandes Frankfurt/Main aufgebaut wurde. Sein erstes Domizil fand der Ortsverband auf dem Aschenhof auf dem einstigen Gelände der Bezirksschule der Zivilverteidigung der DDR. Mit 22 Helfern und fünf Fahrzeugen startete man, heute zählt der Suhler Ortsverband stolze 82 Helfer. War anfangs gerade mal eine Frau im aktiven Diens , so sind es heute bereits 17. „Zusammen leisten diese Helfer im Durchschnitt jedes Jahr etwa 15 000 Ausbildungs-, Übungs- und Einsatzstunden“, stellte Ortlepp fest.

Auf viele Einsätze können die Helfer des Ortsverbandes zurückblicken, angefangen beim Einsatz im Iran noch vor der offiziellen Gründung des Ortsverbandes gleich nach der Wende. Mit Thomas Wegner ist noch heute einerdieser Helfer der ersten Stunde im Ortsverband dabei. Es folgten Hochwassereinsätze an der Oder 1997, an Elbe und Mulde 2002, in der Region Görlitz 2013 und 2021 im Ahrtal. „Ein Einsatz, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte“. 13 Wochen waren die Suhler dort im Einsatz, 7320 Einsatzstunden und 26 000 gefahrene Kilometer standen dabei zu Buche. „Ich ziehe meinen Hut vor allen, die in dieser absoluten Ausnahmesituation ihre persönlichen Bedürfnisse zurückgestellt und ohne zu Zögern einfach angepackt haben. Das ist das THW“, sagte Ortlepp. Viele andere kleine und größere Einsätze im IN- und Ausland, wie etwa beim Papstbesuch, beim Bundesjugendlager oder beim Biathlon in Oberhof, bei der Schneeberäumung oder zur Flüchtlingshilfe und beim Weihnachtsbaumtransport kennzeichnen die Arbeit des Suhler Ortsverbandes, der von einem 40 Mitglieder starken Helferverein unterstützt wird und eine beachtliche Jugendgruppe gebildet hat. Mit seinen zwei Technischen Zügen und dem Fachzug Logistik haben die Suhler eine schlagkräftige und hochqualifizierte Truppe aufgebaut, die bei Einsätzen weit über die Grenzen der Stadt und Thüringens hinaus gefragt ist.

In einer Videobotschaft sprach Ministerpräsident Bodo Ramelow bei der von Richard Ansperger auf dem Saxophon musikalisch umrahmten Festveranstaltung den 82 Ehrenamtlichen des Suhler Ortsverbandes seine Anerkennung und sein Lob für ihre hohe Einsatzbereitschaft aus. Auch Suhls Bürgermeister Jan Turczynski und Philipp Wenzel, Kreisbrandinspektor des Landkreises Schmalkalden-Meiningen würdigten die Suhler Helfer in blau als festen Bestandteil der Blaulichtfamilie und der öffentlichen Gefahrenabwehr in Südthüringen.

Der stellvertretende Landesbeauftragte Martin Wolter überbrachte Grüße des Landesbeauftragten und zeichnete einige langjährige und besonders engagierte Helfer aus, darunter Ingo Ortlepp, der seit 25 Jahren beim THW mitarbeitet und den Ortsverband Suhl seit 2020 kommissarisch führt. Er erhielt die höchste Auszeichnung des Tages, das Ehrenzeichen des THW in Bronze.

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