Thüringer Rhön Tierisch was los im Moos

Wer alle drei neuen Informationstafeln des LPV Rhön besucht und sich so näher mit den wichtigen und geschützten Rhöner Feuchtflächen beschäftigt, kann etwas gewinnen.

Einer kann nicht ohne den anderen: Der Große Wiesenknopf ist Lebensgrundlage für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Die Schmetterlingsart nutzt die Blüten unter anderem als nächtlichen Ruheplatz. Foto: LPV Rhön

Am 2. Februar war wieder Welttag der Feuchtgebiete. Unter dem diesjährigen Motto „Feuchtgebiete und traditionelles Wissen: das kulturelle Erbe würdigen“ lenkt der internationale Thementag den Blick auf die Bedeutung und den hohen Wert dieser besonderen Lebensräume. Feuchtgebiete sind dabei nicht nur für unser Ökosystem unverzichtbar, sondern erfüllen auch für uns Menschen wichtige Funktionen, etwa als Wasserspeicher, Wasserfilter oder Kohlenstoffsenke.

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Auch in den Feuchtgebieten der Thüringer Rhön plätschert, flattert und kriecht es das ganze Jahr über. Allerdings oft unbemerkt. Dabei gibt es hier einiges zu entdecken. Wo genau, das verrät der Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön e.V. (LPV Rhön). „Mit einer neuen Infotafel-Reihe sind Groß und Klein dazu eingeladen, die oft übersehenen Schätze der heimischen Natur zu erkunden.“, so Gesa Last, Mitarbeiterin im Feuchtflächenprojekt.

Vom Standort der Infotafel aus bietet sich ein weiter Blick über das Kalktuffniedermoor. Das sensible Gebiet darf jedoch keinesfalls betreten werden. Foto: Johannes Urban

Seit 2023 läuft das zu 100 Prozent von der EU und dem Freistaat Thüringen geförderte ENL-Feuchtflächenprojekt beim LPV Rhön/der Natura 2000-Station Rhön. Ziel des Projekts ist es, wertvolle Lebensräume wie Niedermoore, Nasswiesen und Kalktuffquellen zu erhalten und so die Artenvielfalt in der Region zu fördern. Denn gerade diese oft unscheinbaren und wirtschaftlich unliebsamen Flächen sind Rückzugsorte für seltene Spezialisten wie Orchideen, Amphibien und viele mehr. Doch sie drohen zunehmend zu verschwinden.

Für spezielle, oft seltene Arten unpassende oder sogar fehlende Nutzung gefährdet nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern schwächt auch den natürlichen Wasserrückhalt in der Landschaft mit schweren Folgen, besonders im Zuge des Klimawandels.

Doch es tut sich etwas: Seit Projektstart wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, darunter Entbuschungen, Mahd und eine Wiedervernässung. „Die Pflege soll bis 2027 dazu beitragen, ausgewählte Flächen wieder in einen ökologisch wertvollen Zustand zu bringen“, erklärt Svea Jahnk vom LPV Rhön.

Neben der praktischen Naturschutzarbeit setzt das Projekt auch auf Umweltbildung. Drei neue Informationstafeln innerhalb des Biosphärenreservates Rhön geben spannende Einblicke in die nasse Seite der Rhön:

Kuckuckskind im Ameisenbau Am Grimmelbachspeicher bei Kaltensundheim wird der außergewöhnliche Lebenszyklus des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings erklärt – ein Schmarotzer-Schmetterling, der sich trickreich in Ameisenvölker einschleicht.

Als Teil eines abwechslungsreichen Mosaiks aus Wald, Hecken Feucht- und Trockenlebensräumen sind die Feuchtflächen der Rhön besonders wertvoll, hier an der Kleinen Geba. Foto: RANA Ingo Michalak

Lebensraum für Spezialisten Das Kalktuffniedermoor bei Geblar ist das größte seiner Art in Thüringen und damit etwas ganz Besonderes. Besucher erfahren hier, warum gerade die scheinbar unspektakulären Lebensräume besonders schützenswert sind.

Tierisch was los im Moos Auch kleinste Feuchtflächen sind von großer Bedeutung. An der Kleinen Geba bei Stepfershausen lebt zum Beispiel die lupenkleine und gefährdete Schmale Windelschnecke. Wie viele Exemplare findet man auf der Schautafel?

Mitmachen & gewinnen: Wer alle drei neuen Informationstafeln besucht und das Feuchtflächenprojekt genauer kennenlernt, kann bis zum 20. April 2026 Bilder von sich und den Tafeln senden. Unter allen Teilnehmenden wird ein kleiner Wertgutschein verlost. Also Augen auf und mitmachen!

In kleinen, kalkreichen Quelltümpeln fühlen sich die Larven des pudelwohl. Foto: LPV

Wer nicht nur beobachten, sondern selbst aktiv werden will und sich an der Pflege der Flächen beteiligen will, kann dieses Jahr an einer der Feuchtflächen-Sensenaktionen teilnehmen oder den LPV direkt kontaktieren. Die Sensenaktionen beinhalten eine kurze Einführung in den Umgang mit der Sense sowie die praktische Mitarbeit bei der Flächenpflege. Sie finden witterungsabhängig am 25. April 2026 und 12. September statt.

Weitere Informationen zu Projekten, Freiwilligenaktionen und Kursen (in der Regel ein bis zwei Monate vor Beginn online) findet man auf der Website des LPV unter www.lpv-rhoen.de oder per E-Mail an info@lpv-rhoen.de.