Thüringer Orgelsommer Der Orgelsommer und die „Fairy Queen“ im Wald

Theophil Heinke Foto: /privat

Der Thüringer Orgelsommer ist in seine 30. Saison gestartet. Groß gefeiert wird zwar nicht, bis zum 25. Juli bietet das Festival aber Dutzende Konzerte in großen Stadt- und romantischen Dorfkirchen.

Die Orgel ist das „Instrument des Jahres“. Dass Deutschland zu den wichtigsten Ländern für Orgelbau und Orgelmusik zählt, hat auch die Unesco anerkannt: Beides gilt als Immaterielles Kulturerbe. Thüringen bietet eine besondere Vielfalt. Rund 2000 Instrumente gibt es hierzulande – so manche Dorfkirche beherbergt dabei einen historischen Schatz. Um dieses Erbe zum Klingen zu bringen und zugleich Spenden für dessen Erhalt zu sammeln, gründete sich 1991 der Thüringer Orgelsommer. Von Anfang ging es auch darum, vor allem die Menschen auf dem Land zu erreichen. Initiator war der Arnstädter Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller. Vor drei Jahren übernahm sein Kollege aus Waltershausen, Theophil Heinke, den Vorsitz des Orgelsommer-Vereins.

Nun läuft der Thüringer Orgelsommer – bis 16. Juli sind 47 Konzerte in Kirchen, Schlössern, Burgen geplant. Unter Pandemie-Bedingungen ist das ein großes und ehrgeiziges Programm. Dass die Konzertreihe nun zum 30. Mal stattfindet, wird nicht an die große Glocke gehängt. „Wir hätten uns aus diesem Anlass ein großes Fest gewünscht; mit Musik, Essen und Trinken. Das geht aber nicht“, sagt Theophil Heinke. „Unser Beitrag zum Jubiläum ist es nun, ein besonders buntes Programm zu bieten und alle Möglichkeiten und Facetten der Orgel zu zeigen.“

Von diesem Anspruch zeugte bereits das mit Veranstaltungen dicht bepackte Eröffnungswochenende – inklusive „Buga-Boogie“ auf der Erfurter Bundesgartenschau. Mit dabei ist auch in diesem Jahr jene maßgefertigte mobile LKW-Orgel, mit der das Festival seit mehr als 20 Jahren durch Thüringen rollt. Und: Wie in jedem Jahr wird auch 2021 der Südthüringer Raum vom Orgelsommer reich bedacht: So erklingt die mobile LKW-Orgel unter freiem Himmel am 3. Juli auf dem Klostergelände Veßra (19 Uhr: „Von Bach bis Piazolla“), das Programm wird am 4. Juli, 17 Uhr, auf Schloss Todenwarth in Fambach wiederholt. Spanische Musik gibt es unter dem Titel „Siglo de Oro“ am 10. Juli um 19.30 Uhr in der Kirche von Herpf und am 11. Juli um 16 Uhr in der Kirche Gräfenroda. Der Europäischen Romantik widmet sich am 15. Juli ein Konzert in Oberweid/Rhön (19.30 Uhr).

Am 16. Juli (21 Uhr) gibt es eine Stummfilm-Vorführung in Schmalkalden. Gezeigt wird „Das Phantom der Oper“, der amerikanische Klassiker von 1925. Für die Begleitung sorgt der Stuttgarter Domorganist Johannes Mayr, der sich als exzellenter Improvisator einen Namen gemacht hat. Ähnlich am 17. Juli um 20 Uhr in der Ruhlaer Kirche. Hier improvisiert Wolf-Günther Leidel Orgelmusik zum Stummfilm-Klassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“.

Am 20. Juli heißt es „The Fairy Queen in the woods“ in der Zella-Mehliser Magdalenenkirche (19.30 Uhr). Am gleichen Abend begleitet der Orgelsommer-Leiter Theophil Heinke um 19.30 Uhr den mehrfach preisgekrönten Geiger David Gorol. Für eine Version von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ treffen die beiden im „Rhön-Dom“ von Helmershausen aufeinander. Den großen Abschluss des Festivals bildet die „Orgelnacht“ in drei Arnstädter Kirchen zwischen 18 und 22 Uhr.

 

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