Thüringer Meisterschaften Wasunger Karnevalsnachwuchs sahnte ab

Annett Recknagel

Ohne Zuschauer zeigten am Wochen­ende Tänzer aus 19 Südthüringer Vereinen bei den 28. Thüringer Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport ihr Können in Schmalkalden.

Schmalkalden - Tränen bei Saphira. Und dabei erreichte das Wasunger Tanzmariechen 250 Punkte. „Das ist der eigene Anspruch“, sagt Trainerin Jessica Hildebrand und nimmt die Zehnjährige in ihre Arme. Eine Stunde später strahlt Saphira. Dreimal trat sie auf das oberste Treppchen. Drei Pokale nimmt sie mit nach Hause. Dreimal jubelt das Wasunger Team ihr zu.

Saphira ist nicht nur Thüringer Meister in der Kategorie Jugend Solistinnen, sondern heimste für ihre Leistung auch den Pokal für die höchste Punktzahl ein. Außerdem nahm sie den Wanderpokal für das beste Jugendtanzmariechen in Empfang. Der Jubel der Wasunger nahm an den beiden Tagen der 28. Thüringer Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport kein Ende. In sieben von elf Wertungen hatten sie die Nase vorn. Außerdem sorgten sie für Stimmung in der Schmalkalder Mehrzweckhalle.

Zuschauer nämlich mussten in diesem Jahr draußen bleiben. Pandemiebedingt durften nicht einmal Eltern mit in die Halle. Jedoch hatten die Organisatoren vom Landesverband Thüringer Karnevalvereine nichts unversucht gelassen, damit die Eltern ihre Sprösslinge wenigstens aus der Ferne beim Auftritt sehen konnten. Im Eingangsbereich und in den Aufwärmräumen standen Monitore, die das Wettkampfgeschehen übertrugen.

Amelie, Emmi und Tara von der Teenie Dance Group Haseltal konnten auf diese Weise die Tänze ihrer Freundinnen und Konkurrentinnen verfolgen. Emmi war mit ihren acht Jahren das erste Mal bei einem Turnier. Amelie und Tara kannten die besondere Atmosphäre schon. Wobei die Veranstaltung diesmal schon außergewöhnlich war. „Ich bin heute noch aufgeregter als sonst“, meinte Tara. Im Aufwärmbereich dehnten sich die Mädels, übten die ein oder andere Figur und sprachen sich gegenseitig Mut zu.

„Die Kinder wollen endlich wieder tanzen und Spaß haben“, sagte Trainerin Michelle Voigt. Die letzten Thüringer Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport waren im Herbst 2019. Seitdem übten alle entweder einzeln oder in kleinen Gruppen. Saphira aus Wasungen trainiert dreimal pro Woche und durfte in diesem Jahr schon in Cottbus an einem Turnier teilnehmen. „Wir sind sehr froh, dass die Meisterschaft in Schmalkalden stattfindet“, meinte ihre Trainerin Jessica Hildenbrand. Wasungen nahm mit gleich 40 Kindern und Jugendlichen teil. Im Januar 2020 war man mit der gesamten Mannschaft letztmalig auf einem Turnier. „Wir haben für uns trainiert, freilich auch online und via Video“, berichtete Heike Jackstädt. Motivation sei alles. Und wie geht das in der Pandemie? „Einfach ist es nicht“, lautete die Antwort. Die zwei Siebenjährigen Hella und Lea tanzten bei ihrem ersten Turnier. Beide kommen aus Wasungen und genossen es, geschminkt zu werden. Im Schautanz erzählten sie vom Urlaub.

Thomas Henkel sang in der Halle vom Stern, der deinen Namen trägt. Hella und Lea lunsten um die Ecke. Aufgeregt warteten sie auf ihren Auftritt. Hurtig wurde vor Beginn der zweiten Runde die Technik durch gecheckt. Nach und nach kamen die Damen und Herren der Jury wieder. Und los ging er – der Schautanz. Nach jeder Kategorie gab es eine Siegerehrung. Das Turnier war sehr gut vorbereitet worden. Für alle Teilnehmer war es ein absoluter Höhepunkt.

Security und 2 G-plus

Die Tänzerinnen, die gerade nicht dran waren, saßen auf der Tribüne und sorgten nach jedem Auftritt für Stimmung. Es wurde geklatscht und gejubelt, um das fehlende Publikum ein stückweit zu ersetzen. Was ebenso fehlte, war die Bühne. Das hängt mit den fehlenden Zuschauern und den fehlenden Einnahmen zusammen. Trotzdem bemühten sich alle Akteure, die 28. Meisterschaften so normal wie möglich ablaufen zu lassen. Wobei sich die Mehrzweckhalle in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt hatte. Mit Security und 2 G+-Regelung. Selbst eine Passkontrolle gab es. Und Masken zu tragen war Pflicht. „Wir finden hier hervorragende Bedingungen“, betonte Michael Danz, als Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine.

Trotz großen Aufwandes habe man sich für die Durchführung der Veranstaltung entschieden. Die Kinder und Jugendlichen sollten schon wissen, wo sie leistungsmäßig stünden. Sehr erfreut war Danz, in Schmalkalden den Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess, begrüßen zu dürfen. „Ich bin sehr stolz und es ist sehr gut, dass der Landesverband hier den Kindern und Jugendlichen eine Plattform bietet, gerade in dieser schwierigen Zeit“, sagte er. Strahlende Kinderaugen seien der schönste Lohn. „Es ist sehr wichtig, das das Gemeinschaftsgefühl wieder gefördert wird“, sagte Fess.

Alle Ergebnisse der Thüringer Meisterschaften gibt es auf der Internetseite des karnevalistischen Tanzsportes.

 

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