Thüringer Handball-Verband Das Potenzial ist vorhanden

Mit der Männermannschaft der HSG Werratal feierte Mario Lange (2. hinten von links) als Co-Trainer am 1. Mai den Gewinn des Thüringer Landespokal-Wettbewerbes. Foto: Liane Reißmüller

Werrataler Mario Lange neuer Referent für den Bereich Entwicklung

Breitungen -

Breitungen - Verantwortung zu übernehmen, ist für Mario Lange nichts Neues. Bereits seit 23 Jahren frönt er seiner großen Leidenschaft , dem Handballsport bei der HSG Werratal. Bei den Schwarz-Gelben fungiert der Sportsmann seit sieben Jahren als Übungsleiter im Jugend- und Frauenbereich und als Co-Trainer bei der Thüringenliga-Männermannschaft. Vor Kurzem betraute ihn das Präsidium des Thüringer Handball-Verbandes (THV) mit der Aufgabe des ehrenamtlichen Referenten für den Bereich Entwicklung.

„Ich wurde von Thomas Löffler (Vorsitzender Jugend- und Entwicklungsausschuss, d. Red.) angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, diese Aufgabe zu übernehmen. Nach reiflicher Überlegung habe ich zugestimmt. Ich wollte erst einmal genau abwägen, ob mir dann noch genügend Zeit bleibt, um meinen Trainerjob bei der HSG Werratal zu erfüllen. Wenn ich eine Aufgabe übernehme, möchte ich sie auch ordentlich ausfüllen und nicht halbherzig sein“, erklärt der 32-Jährige, der sich freute, dass man ihm beim Thüringer Handball-Verband das Vertrauen für diese Aufgabe entgegenbrachte.

Der Thüringer Handball-Verband stagnierte einige Zeit in seiner Entwicklung, wurde von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das änderte sich mit der neuen Verbandsführung, die sich intensiv bemüht, die Versäumnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten.

„Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und verlangt von allen viel Geduld“, erklärt Mario Lange, der es auch schade findet, dass es zahlreiche Kritiker gibt, die aber selbst keine Verantwortung im Thüringer Handball-Verband übernehmen wollen. „Natürlich gab es Versäumnisse im Frauen- und Nachwuchsbereich, aber es bringt nichts, nur den Finger in die offenen Wunden zu legen. Mein Herz gehört dem Handballsport und ich möchte helfen, dass wir in Thüringen einen Schritt nach vorn machen können. Das geht natürlich nur, wenn alle bereit sind, mit anzupacken und wenn alle über die eigenen Vereinsgrenzen hinaus denken“, weiß der Breitunger um die Schwere der Aufgabe, der er sich gestellt hat. Trotzdem zeigt er sich, wie schon von ihm gewohnt, optimistisch. „Ich widme mich ja nicht alleine diesem Thema, sondern sehe mich in erster Linie für alle als Ansprechpartner und vielleicht Koordinator. Ich möchte einfach helfen, den Handball in Thüringen wieder attraktiv zu machen und diesen schönen Sport den jungen Menschen näher bringen. Mir ist zwar bewusst, dass das Freizeitangebot mittlerweile enorm ist und gerade deshalb müssen wir auf die Kinder- und Jugendlichen zugehen. Wir dürfen nicht warten und hoffen, dass sie den Handballsport von sich aus für sich entdecken“, so Mario Lange.

In Thüringen sieht er genügend Potenzial, den Handballsport aus seinem Schattendasein zu reißen. Die Zahl der Mitglieder und damit auch der Mannschaften sank in den vergangenen Jahren schier im Sturzflug. Folglich gestaltete sich der Spielbetrieb schwierig, litt die Qualität. Sehr bedenklich erscheint die Tatsache, dass es bei den Frauen aus Mangel an Mannschaften nicht mal mehr eine Thüringenliga gibt. In den beiden Landesligen stehen gerade einmal je sieben Vertretungen im Spielbetrieb. Auch im weiblichen Nachwuchsbereich und bei der männlichen A-Jugend existiert zurzeit keine Thüringenliga-Mannschaft.

„Es gibt genügend Talente. Das sehe ich schon in unserer kleinen Werratal-Region. Dabei freue ich mich, dass zum Beispiel ‚meine’ Jugendmannschaft an Qualität und Quantität zulegen konnte. Erstmals in unserer Vereinsgeschichte gelang es, gleich zwei Frauenmannschaften für den Spielbetrieb zu melden, auch wenn coronabedingt leider nicht viel gespielt werden konnte. Ich sehe das Problem weniger bei den Jungen und Mädchen, als vielmehr darin, dass es zu wenige Leute gibt, die als Übungsleiter/innen oder Trainer/innen bereit stehen“, legt der sympathische Sportsmann den Finger in die Wunde. Zunächst muss er sich natürlich erst einmal selbst in seine neue Aufgabe als ‚Referent für Entwicklung im THV’ einfuchsen, sich einen Überblick verschaffen. Die gegenwärtige durch die Covid-19-Pandemie angespannte Lage im Amateursport vereinfacht die Aufgabe für ihn und seine Mitstreiter nicht gerade. Vielleicht ist es dem Handball an der Basis hilfreich, dass es einige Übertragungen mehr im frei empfangbaren Fernsehen und im Internet bei Sportdeutschland-TV (2. Bundesliga) gibt. Die Spiele im Amateurbereich, in den eigenen Hallen mit den heimischen Vorbildern und das Training fehlen natürlich auch den Handballerinnen und Handballern.

Mario Lange ist sich bewusst, dass die Pandemiezeit irgendwann vorbei sein wird. Dann müssen die notwendigen Aufgaben entschlossen und nachhaltig sofort angepackt werden. Deswegen ist es für den Handball-Enthusiasten nötig, sich bereits jetzt klar zu werden, was man wie erreichen will.

 

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