Thüringer Fußball-Landespokal Arnstädter Meldung sorgt für Termin-Verwirrung

An neuer Wirkungsstätte: Dieses Foto des Arnstädters Chris Machts (rechts, mit Thomas Wolfenstetter) stammt aus dem letzten Punktspiel des SV 09 gegen Germania Ilmenau im Hammergrund im April 2018 (2:3). Foto: Andreas Heckel

Die Meldung des SV 09 Arnstadt für die Fortsetzung des Thüringer Landespokals hat für neues Aufsehen in der Thüringer Fußballszene gesorgt, denn der SV 09 will auch die zeitgleichen Aufstiegsspiele bestreiten.

Arnstadt - Gut möglich, dass der Begriff „Landespokal“ beim Thüringer Fußball-Verband (TFV) vorzeitig zum „Unwort des Jahres“ gekürt wird. Zunächst scheiterte die Lösung mit einem Regionalligisten-Finale am Einspruch von Fahner Höhe und Rot-Weiß Erfurt. Danach wurde eine neue Pokal-Serie mit vier Runden (einschließlich des Finales) für die Zeit vom 20. bis 30. Juni angesetzt. Aber nun gibt es damit schon wieder ein Problem, für das ausgerechnet der SV 09 Arnstadt sorgt.

Der hat sich nämlich ebenfalls für diese Pokalspiele angemeldet, obwohl er zeitgleich auch die Aufstiegsspiele zur Oberliga austragen will. Für die hat aber der TFV bei der Ausschreibung dafür (18. und 20. Juni) eindeutig festgelegt, dass die vier Teilnehmer daran (Gera, Arnstadt, Schleiz, Bad Langensalza) nicht auch noch im Pokal spielen können. Entsprechend befremdet reagierte man bereits beim FSV Schleiz auf die Arnstädter Pokal-Meldung: „Wir sind etwas sprachlos, wie es abgelaufen ist. Unter diesen Voraussetzungen hätten auch wir im Pokal noch teilgenommen“, wird FSV-Trainer Roger Fritzsch im Internet zitiert.

Was treibt den SV 09 zu solcherart Vorgehen? Geschäftsführer Do­minik Schneider erklärt das so: „Wir wollen sportlich alle Möglichkeiten ausschöpfen und sehen nicht ein, dass wir wegen der Aufstiegsspiele nun im Pokal einfach hinten runter fallen. Wir hatten, zusammen mit der großen Mehrheit aller beteiligten Vereine, solidarisch der ersten Pokal-Variante mit dem Endspiel der Regionalligisten zugestimmt. Das haben Fahner Höhe und Rot-Weiß Erfurt abgelehnt, weil sie eigene Vereinsinteressen in den Vordergrund stellten, und dabei Recht bekommen. Warum sollten wir das nun nicht auch so handhaben und nicht auf einer Teilnahme am Pokal bestehen?“

Der SV 09 dringt dabei auf eine Verlängerung der Meldefrist für den Oberliga-Aufsteiger an den NOFV, um mehr Zeit für diese Aufstiegsspiele zu gewinnen. Der TFV hat zwar tatsächlich einen solchen Antrag an den NOFV gestellt; aus Sachsen kommt übrigens gleichfalls ein solcher. Aber Sven Wenzel, Vorsitzende des TFV-Spielausschusses, dämpft die Hoffnungen: Bisher stehe als Meldetermin der 25. Juni, und schon im letzten Jahr sei man mit einem solchen Antrag auf Verlängerung beim Regionalverband gescheitert.

Dabei geht es ja eigentlich nur um einen einzigen Tag, nämlich den 20. Juni. Da sollen sowohl das Aufstiegs-Endspiel als auch das Landespokal-Achtelfinale ausgetragen werden. Und nur wenn der SV 09 das für den 18. Juni angesetzte (und noch auszulosende) Aufstiegs-Halbfinale gewänne würde er am 20. Juni mit dem Pokal in Konflikt kommen. Für alle weiteren Pokalrunden (so die Arnstädter denn weiter kämen) wäre problemlos Zeit. „Und das sollte terminlich in den Griff zu bekommen sein“, meint Dominik Schneider.

Mal sehen, wie sich das nun weiter entwickelt. Arnstadts Trainer Martin Hauswald jedenfalls hatte zuletzt in einem vereinseigenen Interview nochmals bekräftigt, dass der SV 09 im Zweifelsfall die Aufstiegsspiele präferieren würde.

Eine ganz andere Sicht auf diesen Landespokal-Wettbewerb hat man beim Oberligisten und Vorjahresfinalisten FSV Martinroda, denn der hat auf eine Pokal-Teilnahme verzichtet. „Und zwar vor allem wegen der Gesundheit der Spieler“, bekräftigt Dirk Keller, der Sportliche Leiter, ein entsprechendes Interview im Internet. „Nach über einem halben Jahr Spielpause in ein Pokalspiel zu gehen, also ein K.o.-Spiel mit erhöhtem kämpferischen Einsatz, ist aus sportmedizinischer Sicht gefährlich und bringt nichts. Und schon gar keine sportliche Fairness, denn die regional unterschiedlichen Inzidenzen dürften auch zu regional unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten führen. Hinzu käme das Problem mit Auswärtsspielen am Mittwoch. Wir hatten deshalb für ein Finale der Regionalligisten, die als einzige wirklich trainieren konnten, plädiert. Das schien uns die vernünftigste und in diesen schwierigen Zeiten auch beste Lösung für alle – aber das wurde bekanntlich gekippt.“

Abschließend noch zwei Personalien, die im Zusammenhang mit beiden Vereinen stehen: Der FSV hat einen beabsichtigten Wechsel von Enes Hoppe zum SV 09 Arnstadt bestätigt. Der 20-Jährige, in Martinroda meist als Rechtsverteidiger eingesetzt, kam einst vom Erfurter Nachwuchs an den Veronikaberg, war aber dort vom Pech verfolgt – zum einen vom Verletzungspech, zum anderen verpasste er das letztjährige Pokalfinale wegen einer Roten Karte zuvor im Testspiel beim FC Erfurt-Nord.

Gleichzeitig hat Arnstadts langjähriger Stürmer und Torjäger Chris Machts den Abschied vom SV 09 angekündigt und dabei selbst im Internet seinen Wechsel zu Germania Ilmenau öffentlich gemacht.

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