Thüringer Fußball Alles deutet auf Endspiel Jena-Meuselwitz

Wird es einen Thüringer Vertreter beim Finaltag der Amateure geben? Foto: /Yvonne Fischer/Imago

Nach einer virtuellen Runde des Spielausschusses des Thüringer Fußball-Verbandes geht die Tendenz zu einem Pokalendspiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem ZFC Meuselwitz hin.

Erfurt - In einer sehr sachlichen Runde, die fast eineinhalb Stunden dauerte, sprach der Spielausschuss des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) unter Leitung seines Vorsitzenden Sven Wenzel mit den 32 Vereinen, die sich noch im Landespokal befinden. Das wichtigste Resultat der virtuellen Zusammenkunft am Freitagabend, in der sich das spielleitende Organ ein Stimmungsbild zum Pokal verschaffen wollte, lautet: Die Tendenz der Meinungsäußerungen geht in die Richtung, dass in der Saison 2020/21 der Landespokalgewinner in der Partie FC Carl Zeiss gegen den ZFC Meuselwitz ermittelt wird.

Zunächst erläuterte Wenzel die für den Landespokal zu beachtenden Rahmenbedingungen. Die gültige Corona-Verordnung des Landes sieht bis zum 24. April keinen Trainings- und Wettkampfbetrieb im Amateursport vor. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält auch weiter am so genannten „Pokaltag der Amateure“ fest, der am 29. Mai ausgetragen werden soll. Meldetermin für einen Thüringer Landespokalgewinner an den DFB wäre der 1. Juli.

Ziel müsse es sein, so der TFV-Spielobmann, dass Thüringen in der 1. DFB-Pokalhauptrunde vertreten sei. Das sei sowohl eine Frage des Images als auch der Finanzen, bekräftigte Sven Wenzel. Mit dem FC Carl Zeiss Jena und dem ZFC Meuselwitz könnten zurzeit nur zwei Fußballmannschaften im TFV trainieren. Mit großer Sicherheit würden die Pokalspiele, einschließlich des Finales, ohne Zuschauer ablaufen.

In einer Übersicht präsentierte der Ausschussvorsitzende dann drei Varianten für den Spielbetrieb. Aufgrund der Terminlage erweist sich wahrscheinlich nur die Variante C, die vorsieht, dass die beiden Regionalligisten das Endspiel austragen, als realistisch.

Die Termine der ersten Variante (9.5., 15.5., 19.5., 29.5.) und auch der zweiten (15.5., 22.5., 29.5.) seien auch deshalb kaum haltbar, weil die Vereine eine Mindestvorbereitungszeit von vier Wochen benötigen würden.

Die 30 Vereine sollen finanziell entschädigt werden, wobei die Vertreter aus Meuselwitz und Jena signalisierten, dass sie ihren Anteil so erhöhen würden, dass jeder Verein 2000 Euro bekommen werde.

Die Mehrheit der Redner, die anschließend das Wort ergriff, war dafür, dass die beiden Regionalligisten das Finale austragen sollten. Zwei Vereine vertraten jedoch auch andere Gedanken. So wurde etwa vorgeschlagen, den Wettbewerb im Zeitraum vom 30. Mai bis 27. Juni auszutragen. Ein anderer Verein erklärte sich bereit, aus dem Individualtraining heraus sofort in den Wettbewerb einzugreifen.

Sowohl die Vertreter des FC Carl Zeiss als auch des ZFC Meuselwitz bedauerten, dass aufgrund der behördlichen Verfügungen die kleineren Vereine nicht die Möglichkeit bekommen, im Landespokal zu spielen.

Bertram Schreiber, TFV-Vizepräsident für Spielbetrieb und Recht, sagte abschießend: „Natürlich befriedigt die Lösung nicht alle, aber sie ist wohl unter den schlechten Vorschlägen noch die beste. Es ist ein Kompromiss, wobei wir wissen, dass wir es nicht jedem Recht machen können.“

Sven Wenzel erläuterte danach die weitere Verfahrensweise. Bis zum kommenden Montag (12. April, 24 Uhr) werden die 32 Landespokalteilnehmer noch einmal schriftlich abgefragt. Danach werde der Spielausschuss bis zum 16. April eine Beschlussvorlage entwerfen, über die der Vorstand des TFV am 19. April in seiner nächsten Sitzung befindet. Dann geht es sowohl um die Punkt- als auch die Pokalspiele.

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