Ein Kirchensaal voller Referenten und Experten, 13 Vorträge, mehrere Führungen und Exkursionen und jede Menge Gesprächsstoff: Gemessen an der kontroversen Lebendigkeit des Diskurses von – zugegebenermaßen meist promovierten oder gar habilitierten Wissenschaftlern – scheinen Thüringer Burgen in aller Munde zu sein. Die Thüringer Schlösserstiftung hatte zu ihrem diesjährigen Herbstsymposium unter der Überschrift „Burgen im Wandel. Gestalt und Funktion wehrhafter Architektur“ am Wochenende auf die Veste Heldburg geladen. Doch schon früh am ersten Tag des Symposiums macht ein Kalauer die Runde: Die meist von weither ins Hildburghäuser Unterland angereisten Burgenexperten wähnen sich auf der Veste nämlich „in the middle of nowhere“ – also „Janz Weit Draußen“, wie der Berliner sagen würde, salopp gesprochen in der Pampa.