Am Anfang ist der Stamm. Nicht irgendeiner freilich, sondern von einem Baum muss er sein, der an einem steilen Hang gewachsen ist. Bei dem sich der Wurzelfuß krümmt wie der Auslauf einer Regenrinne. Zwei solcher Kaventsmänner mit über vier Metern Länge liegen zum Austrocknen in der Tischlerwerkstatt von Johannes Hirsch. Mit der Motorsäge hat er sie grob zurechtgeschnitten. Irgendwann werden daraus vielleicht einmal Alphörner. Ein Dutzend hat der Hirschbacher schon in sauberer Handarbeit gebaut – in über 25 Jahren. Eine mühselige Beschäftigung, für die man Geschick und Geduld braucht, und auch noch ein paar Kniffe kennen muss. Denn so gut wie nichts an einem solchen Instrument ist parallel oder winklig: Alles verläuft konisch – das Alphorn ist ein Albtraum für jeden Tischler. Bis es schlank, rund und fein geschliffen aussieht – und auch noch klingt – vergehen Monate.