Thüringentag-Nachlese Wanderung mit Landesvater

Klara Lochner

Bei besten Wetterbedingungen fand die Landesfest-Tour mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Bürgermeister Thomas Kaminski statt. Insgesamt 70 Wanderfreunde liefen mit dem prominenten Besuch durch die Schmalkalder Wälder.

Organisiert wurde die Wanderung im Rahmen des Thüringentages vom Rhönklub-Zweigverein Schmalkalden, der wiederum Mitglieder der Rhönklubs Breitungen, Asbach, Floh-Seligenthal und Roßdorf begrüßen konnte. Bereits zu Beginn erinnerte sich Bodo Ramelow an seine erste Begegnung mit dem Rhönklub im Jahr 1970 und an die spätere langjährige Mitgliedschaft seinerseits. Bis heute sei er Fördermitglied und genieße das Wandern weiterhin sehr.

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Mit den Grußworten „Frisch auf“ startete die Tour am Waldhotel Ehrental. Ein erster Zwischenstopp war am Wildgehege, wobei der erste Vorsitzende des Rhönklubs Schmalkalden, Dr. Gerhard Zimmer, ein paar Worte dazu sagte, etwa, wer verantwortlich ist oder wie viele Tiere sich derzeit im Gehege befinden. Nachdem die erste Etappe geschafft war, erreichten die Wanderer den Gieselsberg für einen zweiten Zwischenstopp.

Förster Mike Messing erklärte, wie es um den Thüringer Stadtwald, der insgesamt 1500 Hektar hat, steht. Passend dazu wurde der Stopp bei einem Waldgebiet eingelegt, dass sichtlich von Trockenheit und Schädlingen betroffen ist, denn viele Bäume waren nicht als solche mehr erkennbar. Im Gegenteil, der Hang war nahezu kahl, nur noch vereinzelt waren Baumstumpfe, Bäume oder Sträucher vorhanden.

Vom Stadtwald sind ungefähr 750 Hektar Fichte, wovon wiederum rund 350 Hektar stark geschädigt wurden, berichtete Mike Messing. Zur Veranschaulichung zeigte er eine Karte, die die Krisengebiete des Waldes mit roten Punkten unterlegt. Laut dem Förster leiden die Wälder unter der Trockenheit sehr, was zu einer Massenvermehrung von Schädlingen führt. Der bekannteste Schädling ist vermutlich der Borkenkäfer, vor dem auch die Schmalkalder Wälder nicht sicher sind. Bodo Ramelow und Thomas Kaminski gaben beide zu, dass die kommunalen Verwaltungen vor allem mit der Instandsetzung von Waldwegen überfordert seien. Nachdem sich eine Bürgerin über zerfahrene Wege beschwerte erklärten beide das Problem mit einer finanziellen und organisatorischen Herausforderung und Überforderung. Denn Waldbesitzer müssten für ihr Gebiet die alleinige Verantwortung übernehmen, haben aber auch seit mehreren Jahren keine Gewinne mehr verzeichnen können. Zur Unterstützung der Waldbesitzer muss die Balance zwischen zerfahrenen Wegen und verkommenden Wäldern gefunden werden, so Bodo Ramelow.

Nach der Diskussion um die Wälder Schmalkaldens wurde weitergewandert, der nächste Stopp sollte beim Schützenhaus eingelegt werden. Da warteten schon die Bergfreunde, die die Besucher mit Thüringer Wanderliedern begrüßten. Zum Jubiläum von 40 Jahren, dass der Chor erst kürzlich feiern konnte, übergaben sie dem Ministerpräsidenten feierlich das Buch 40 Jahre Wanderfreude.

Versorgt wurden die Mitlaufenden mit Kaffee und Kuchen, bevor der letzte Stopp an der längsten Bank Thüringens gemacht wurde. Als 2015 die erste längste Bank Thüringens in Schmalkalden aufgestellt wurde, brach ein regelrechter Wettkampf aus, welche Kommune den Triumph für sich verbuchen kann. Der Titel konnte jedoch vor Kurzem wieder zurück nach Schmalkalden geholt werden, denn die neue Bank hat eine länge von 32 Metern.

Nachdem auch dieser letzte Stopp passiert worden war, wurde die Wanderung an der Mehrzweckhalle beendet. Über die Thüringer Bratwurst und die Unterschiede dieser innerhalb Thüringens redeten Bodo Ramelow und Thomas Kaminski anschließend bei einem lockeren Gespräch an der Mehrzweckhalle. Während Bratwürste verkauft wurden, erklärte Ramelow, dass ein Thüringer Ministerpräsident unter anderem dazu in der Lage sein muss, den Landkreis an dem Geschmack der Bratwurst zu erkennen und erfreute damit die Gemüter der Zuhörer.