Uwe Müller, Wolfsgutachter der Landesanstalt für Umwelt und Geologie sagte MDR Thüringen, er habe an den toten Tieren einen Abstrich genommen. Die Proben seien an das Senkenberg-Institut im hessischen Gelnhausen geschickt worden. Das Ergebnis der Analyse wird laut Müller in ungefähr vier Wochen vorliegen.
Falls die DNA-Analyse eine Wolfsattacke bestätigt, wird der Schäfer entschädigt. Das Thüringer Umweltministerium zahlt im Schnitt weniger als 100 Euro pro getötetem Schaf. Nach Angaben des Wolf-Experten Müller deuten die Verletzungen der Schafe auf eine Wolfs-Attacke hin. Beide Schafe seien durch Bisse in die Kehle getötet worden, so wie es Wölfe tun würden. Eines der Schafe wurde zu etwa einem Viertel aufgefressen.
Müller schließt nicht aus, dass die Schafe von der Wölfin gerissen wurden, die ihr Revier auf dem früheren Truppenübungsplatz Ohrdruf hat. Bislang gebe es keinen sicheren Nachweis dafür, dass sich auf dem Übungsplatz weitere Wölfe niedergelassen hätten, so Müller.
Bei Schwabhausen waren über Pfingsten fünf Schafe getötet und sieben verletzt worden. Die Bisswunden der fünf getöteten Tiere hatten zunächst auch für eine Wolfsattacke gesprochen. die in dem Gebiet lebende Wölfin wurde allerdings durch Gentest entlastet: Hunde rissen die Schafe. Ein Gentest habe ergeben, dass ein oder mehrere Hunde die Schafe gerissen hätten, so die Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).
Kurze Zeit darauf hatte vermutlich auch ein Wolf in Leimbach ein Kalb gerissen. Dabei war bis auf die Knochen abgenagtes Kälbchen auf der Koppel gefunden worden. Auch hier schloss der Gutachter einen Wolfriss nicht aus.
Bisher über 30 Wolfsfamilien in Deutschland
In Deutschlands Wäldern leben derzeit vermutlich mehr als 30 Wolfsfamilien. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. In dem am Donnerstag verbreiteten Schreiben ist von 25 Wolfsrudeln und acht Paaren die Rede sowie von drei Einzelwölfen.
Jahrzehntelang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst seit der Jahrtausendwende sind die Tiere in Deutschland wieder heimisch geworden. Der Wolf ist geschützt und darf nicht gejagt werden. Trotzdem wurden seit 1991 nach Angaben des Umweltministeriums 22 Wölfe illegal getötet – zuletzt in diesem Jahr im südlichen Brandenburg.