Erfurt - Nach Erkenntnissen der Thüringer Sicherheitsbehörden war der Ort jahrelang Treffpunkt der Szene. Zwischen 2011 und 2014 habe es dort dreizehn Treffen einer selbsternannten «Exilregierung Deutsches Reich» gegeben, sagte Thüringens Innenstaatssekretär Udo Götze am Freitag in Erfurt auf eine Anfrage der Grüne-Abgeordneten Madeleine Henfling. Daran hätten jeweils etwa 15 bis 30 Menschen teilgenommen. Seit sich die Organisation 2014 gespalten habe, seien den Behörden allerdings keine weiteren Zusammenkünfte dieser Art bekannt geworden.

Reichsbürger leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland. Seit ein Reichsbürger in Bayern im Oktober 2016 einen Polizisten getötet hatte, wird diese Strömung von den Sicherheitsbehörden intensiver beobachtet. Nach Angaben des Verfassungsschutzes werden den Behörden im Freistaat fast täglich neue Reichsbürger gemeldet. Bislang sind dem Inlandsnachrichtendienst nach eigenen Angaben mindestens 550 mutmaßliche Reichsbürger in Thüringen bekannt. dpa