Größter Ausgabenposten im Landeshaushalt werden auch 2021 mit Sicherheit die Personalkosten sein. Vor allem Lehrer und Polizisten machen einen Großteil der 61 870 Landesbediensteten aus. Hinzu kommen die verschiedensten Behörden und Verwaltungen des Landes mit ihren Mitarbeitern. Allerdings lässt sich der Gesamtposten von 3,181 Milliarden Euro, der im Etat-Entwurf steht, nicht einfach durch die Zahl teilen, um auf einen durchschnittlichen Betrag pro Landesbediensteten zu kommen. Vor allem muss man die Pensionslasten bedenken - schließlich zahlt nicht die Rentenkasse, sondern der Freistaat weiter für die pensionierten Beamten. Ebenso zählen auch andere Versorgungkosten hinzu wie die Beihilfe für Krankheitskosten, denn Beamte haben keine gesetzliche Krankenkasse. Sie sind zum Teil privat versichert und erhalten von ihrem Dienstherrn ansonsten die Kosten durch die Beihilfe übernommen. Seit vielen Jahren setzen Thüringer Landesregierungen deshalb auf Personalabbau, um auch die Personalkosten in den Griff zu bekommen.
An zweiter Stelle bei den Landesausgaben liegt der große "Batzen" des kommunalen Finanzausgleichs. Im Haushaltsentwurf hat er ein Volumen von 2,119 Milliarden Euro. Die 634 politisch selbstständigen Städte und Gemeinden finanzieren sich nämlich nur zum Teil über eigene Steuereinnahmen (Grund- und Gewerbesteuern) sowie verschiedene Gebühren selbst. Darüber hinaus erhalten sie vor allem sogenannte Schlüsselzuweisungen des Landes - das ist ein Betrag je Einwohner, der nach der Größe beziehungsweise den Aufgaben der Gemeinde oder Stadt als Ober-, Mittel- oder Unterzentrum gestaffelt ist. Darüber hinaus gibt es noch Sonderzuweisungen und andere Ergänzungen, um eventuell finanziell besonders schwachen Kommunen unter die Arme zu greifen. Landkreise werden übrigens über die Kreisumlage von den Städten und Gemeinden finanziert.
Thüringen hatte in früheren Zeiten viele Schulden aufgenommen, ein kleiner Teil davon steht zur Tilgung an (66,4 Millionen). Zudem muss die 2020 eingesetzte "alternative Finanzierung" ausgeglichen werden (30 Millionen Euro).
Unter der Bezeichnung restliche Ausgaben werden zahlreiche Posten zusammengefasst, so etwa Mieten, die das Land zahlen muss, oder Kosten für die Bewirtschaftung eigener Immobilien. Insgesamt summiert sich dieser Posten im Haushaltsplan-Entwurf allein auf 564,1 Millionen Euro.
Noch einmal Landesschulden: Die aktuell etwa 14,9 Milliarden Euro, die seit 1990 aufgehäuft wurden, kosten Zinsen . 2021 werden das wahrscheinlich 342,2 Millionen Euro sein.
Für verschiedene Landesprogramme sind insgesamt 308,2 Millionen Euro geplant.
Auch ein Bundesland muss geschlossene Vereinbarungen und Verträge einhalten. Dafür sieht der Entwurf 834,5 Millionen Euro vor.
Bund-Länder-Programme zur Förderung verschiedenster Institutionen erfordern auch eine Lands-Anteil (753,8 Millionen Euro).
Die Kofinanzierung der EU-Programme (zum Beispiel EFRE, ESF, ELER) erfordert 2021 voraussichtlich 504,0 Millionen Euro.
Diverse Landesgesetze kosten in ihrer Umsetzung den Freistaat geplant 961,6 Millionen Euro.
Für die Umsetzung von Bundesgesetzen sollen dem Etat-Entwurf zufolge 1,720 Milliarden Euro ausgegeben werden. Diese Ausgaben gelten als unumgänglich.