Thüringen wird sportlicher Zuwächse beim Fußball, Boxen – und Tanzen

/rd

Im zweiten Jahr in Folge hat die Zahl der Vereinsmitglieder in Thüringen Rekorde geknackt. Dabei wurde ein längerfristiges Ziel erreicht.

Sport frei: Immer mehr Kinder gehen im Freistaat einem sportlichen Hobby im Verein nach. Foto: /MartinxM

Die Zahl der Mitglieder in den Sportvereinen von Thüringen hat zum zweiten Mal in Folge einen Bestwert erreicht. Nach dem Rekord von 2023 traten im vergangenen Jahr weitere 9076 Personen in einen der 3200 Vereine im Freistaat ein. Somit bereichern 375 997 Mitglieder den organisierten Sport in Thüringen, wie der Landessportbund mitteilte. Das entspricht einem Anteil von 18,3 Prozent der thüringischen Bevölkerung. 

Nach der Werbung weiterlesen

„Der erneute Zuwachs untermauert die Bedeutung von Sport und Bewegung in Thüringen. Gemeinsames Sporttreiben ist für die Gesundheitsförderung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt unerlässlich“, sagte LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel, „die neuerliche Bestmarke basiert auf dem unermüdlichen Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen in den Thüringer Sportvereinen.“

FC Carl Zeiss Jena an der Spitze

Dagegen hat sich die Anzahl der Thüringer Sportvereine um 42 auf nun 3207 verringert, wobei in Thüringen kleinere und Kleinstvereine mit unter 100 Mitgliedern das Bild prägen. „Dies ist aber nicht zwangsläufig negativ zu bewerten. Wir setzen auf starke Vereine mit hohen Mitgliederzahlen und die aktuelle Bestandserhebung belegt, dass größere Vereine auch ein höheres Mitgliederwachstum verzeichnen“, so Zirkel. Die durchschnittliche Mitgliederanzahl pro Verein beträgt 120. Die größeren Vereine mit um die 1000 Mitglieder verzeichneten 2024 ein höheres Mitgliederwachstum. 

Die Zahl der Thüringer Sportvereine mit mehr als 1000 Mitgliedern hat sich um einen Verein auf 21 erhöht, wobei die beiden größten Thüringer Sportvereine aus Jena kommen. Der FC Carl Zeiss Jena (5.610) konnte seine Spitzenposition gegenüber dem Universitätssportverein Jena (3.823) ausbauen. Auf Rang drei folgt der FC Rot-Weiß Erfurt mit 2.738 Mitgliedern.

Jedes zweite Kind im Verein

Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei den Kindern zwischen sieben und 14 Jahren. „Wir haben sehr lange das Ziel verfolgt, dass jedes zweite Kind in diesem Alter Mitglied im Sportverein ist. Nun haben wir es endlich erreicht“, sagte Zirkel. Insgesamt 50,7 Prozent dieser Altersgruppe sind im organisierten Sport unterwegs.  Auch in zahlreichen weiteren Altersgruppen gab es Zuwächse. Leichte Rückgänge machten sich hingegen im Vorschulalter der Fünf- und Sechsjährigen (-238) sowie in der Altersgruppe der 51- bis 70-Jährigen (-128) bemerkbar. Weiterhin treiben im Freistaat deutlich mehr männliche (240 837/ 67,5 Prozent) als weibliche Mitglieder (144 236/ 32,5 Prozent) Sport im Verein.

Mehr als 108000 Mitglieder im TFV

Die größten Zuwächse gab es im Fußball. 2180 neue Mitglieder stießen im vergangenen Jahr hinzu. Mit nunmehr 108 592 Mitgliedern – umgerechnet rund 28 Prozent - ist die Sportart die erfolgreichste im Thüringer Sport. Über deutliche Mitgliederzuwächse können sich zudem die Sportarten Boxen (+765), Volleyball (+756), Behinderten- und Rehasport (+750) sowie Tanzen (+668) freuen.

Suhl an Nummer drei

Regional hat der Landkreis Gotha das deutlichste Mitgliederplus von 5,5 Prozent bzw. 1274 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr zu vermelden, während es in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen (-144) und Saale-Holzland (-49) sowie in Suhl (-38) Mitgliederverluste gab. Dennoch sind in Suhl (23,1) prozentual zur Bevölkerung noch immer viele Mitglieder in Sportvereinen organisiert. Im Organisationsgrad besser abschneiden lediglich Jena (26,1) und das Eichsfeld (25,3).

Bitte an die Politik

„Die durchweg positive Mitgliederentwicklung seit der Corona-Pandemie zeigt, dass Thüringen ein Sportland ist, in dem Bewegung im Sportverein eine hohe Bedeutung genießt – egal in welchem Alter. Damit alle Menschen im organisierten Sport ein Zuhause finden können, braucht es jedoch weiterhin genügend moderne Sportstätten und gut ausgebildete ehrenamtlich Engagierte, die die Angebote in den rund 3200 Thüringer Sportvereinen mit ihrem herausragenden Engagement absichern. Hier sind wir weiterhin auch auf die Unterstützung der Landesregierung angewiesen“, so Zirkel.