Der Blick auf die jüngste Kreditkarten-Abrechnung trieb Thomas Müller den Angstschweiß auf die Stirn. Zwei Bar-Abhebungen in Höhe von jeweils 500 Euro waren da verzeichnet. Beide am selben Tag, an Geldautomaten in Erfurt. Nur dass Thomas Müller an diesem Tag nicht in Erfurt war. "Ich hätte auch gar kein Geld am Automaten abheben können, denn ich kenne die Geheimzahl zu meiner Kreditkarte gar nicht", berichtet der junge Mann aus Südthüringen. 1000 Euro, das würde ein tiefes Loch in die Haushaltskasse reißen. Müller rief bei seiner Bank an. Der Sachbearbeiter am Telefon konnte lediglich bestätigen, dass es mit den Barabhebungen schon seine Richtigkeit habe. Schließlich sei die Autorisierung am Automaten per Pin erfolgt. "Haben Sie ihre Karten denn verloren oder wurde sie geklaut?", fragte der Mitarbeiter. Beides konnte Müller verneinen. Die Karte steckte in seinem Portemonnaie. Auch im Internet hatte er sie in den vergangenen Monaten nicht eingesetzt. Und dass seine Pin durch Betrüger mit einer Kamera ausgespäht worden war, konnte er auch ausschließen. "Ich habe die Pin ja noch nie benutzt." Die Bank leitete also ein Beschwerdeverfahren ein, schickte Müller die nötigen Unterlagen, um der Abhebung zu widersprechen. Gleichzeitig trat der junge Mann den Weg zur Polizei an. Um Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.