Thüringen wählt doch! Start der Wahl der „Sportler des Jahres“

und Alexander Krospe , aktualisiert am 28.10.2021 - 12:05 Uhr
Vier Mal Weltmeister in Serie: Das Rodel-Duo Toni Eggert und Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl). Foto: Wassmuth /Imago

Zum 30. Mal werden in Thüringen die „Sportler des Jahres“ gewählt. Je sechs Kandidaten stehen in vier Kategorien zur Wahl. Einsendeschluss ist am 11. Dezember.

Erfurt/Suhl - Wahljahr 2021 – da war doch was. Natürlich jüngst die Bundestagswahl und eine abgesagte Landtagswahl. In Thüringen wird aber trotzdem gewählt. Ab Donnerstag bis zum 11. Dezember – die „Sportler des Jahres 2021“.  Der Landessportbund Thüringen, die Stiftung Thüringer Sporthilfe und der Thüringer Sportjournalistenclub haben am Mittwoch in Erfurt nach einem Jahr corona-bedingter Pause offiziell die Umfrage gestartet. Dabei wurden  je sechs Sportlerinnen, Sportler, Mannschaften und Behindertensportler von einer neunköpfigen Jury nominiert. Alle Sportfans können in den nächsten Tagen und Wochen ihre Favoriten wählen. Ob online oder traditionell wie in den vergangenen Jahren per Stimmzettel dank der Heimatzeitung. Die Bekanntgabe der vier Sieger erfolgt am 18. Dezember.

Jury: Henkel und Filbrich

Damit geht die Thüringer Sportlerwahl mittlerweile in die 30. Runde. Die Jury hat sich in diesem Jahr dazu entschieden, in jeder Kategorie nur sechs statt bisher acht Kandidaten zur Abstimmung zu nominieren. Dies ist eine Folge der Corona-Pandemie – auch im Jahr 2021 konnten nicht alle Wettkämpfe wie geplant stattfinden. „Bei einer Sportlerwahl ist es dann wie bei einer Weltmeisterschaft. Nicht alle Startplätze müssen zwangsläufig aufgefüllt werden“, sagt  die inzwischen in den USA lebende Andrea Burke (geb. Henkel), die selbst fünf Mal „Thüringer Sportlerin des Jahres“ wurde und ihren derzeitigen Deutschland-Aufenthalt auch dazu nutzte, zum zweiten Mal als Jurymitglied dabei zu sein.

Die frühere Biathletin zeigte sich dennoch von der vielfältigen Auswahl ebenso angetan wie Ex-Skilangläufer Jens Filbrich: „Es wurden von Thüringer Sportlern starke Ergebnisse bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erzielt. Die Leistungsdichte war auch für die Sportlerwahl so eng, dass es für einige tolle Athleten nicht für eine Nominierung gereicht hat“, schätzt Filbrich, der seit vielen Jahren am Bundesstützpunkt Oberhof als Trainer tätig ist, ein.

Über 60 Namen standen als mögliche Kandidaten zur Diskussion. Im Vorfeld der Jurysitzung konnte die Öffentlichkeit zudem Vorschläge unterbreiten, wer es mit auf die Vorschlagsliste zur Nominierung schaffen sollte. „Ich war positiv überrascht, wie viele Vorschläge wir seitens der Sportvereine und dem Publikum bekommen haben. Das hat zu einer größeren Auswahl an Kandidaten geführt und gezeigt, dass es neben den Ergebnissen in den olympischen und paralympischen Sportarten viele weitere hervorragende Leistungen von Thüringer Sportlern gibt. Jetzt hoffen wir, dass sich auch viele Sportinteressierte und die Leser der Tageszeitungen an der Wahl beteiligen. Ich denke, es gibt in einigen Kategorien mehrere Favoriten und es wird eine spannende Wahl“, freut sich Arnd Heymann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Thüringer Sporthilfe, und selbst Jurymitglied.

Südthüringer Note

Wie in all den Jahren zuvor konkurrieren die aus Südthüringen kommenden erfolgreichen Wintersportler wie die Weltmeister Christopher Grotheer (Skeleton), Julia Taubitz (Rennrodeln)   und Toni Eggert/Sascha Benecken (Rennrodeln) mit den  Assen im Sommersport, die diesmal angesichts der Olympischen Spiele in Tokio noch stärker im Fokus standen. Mit Nadine Messerschmidt (Schießen), Dajana Eitberger (Rennrodeln), Max Langenhan (Rennrodeln), den Bob-Teams von Mariama Jamanka und Hans-Peter Hannighofer sowie den Volleyballerinnen des VfB Suhl ist der Süden des Freistaates  prozentual wie immer stark vertreten. Taubitz startet zwar für den WSC Oberwiesenthal,  lebt und trainiert aber seit Jahren in Oberhof.

Heiß diskutiert wurde von der Jury, in welche Kategorie die Rollstuhlbasketballer der RSB Thuringia Bulls einordnen sind. Letztlich wurde  entschieden, sie aus inklusivem Gedanken zu den Mannschaften – und nicht bei den Behindertensportlern – einzuordnen. Auffallend: Erstmals seit Beginn der Umfrage  im Jahr 1991 steht  kein Biathlet und keine Biathletin zur Wahl.

Lukrative Preise

Unter allen Umfrageteilnehmern werden tolle Preise verlost. Zu gewinnen gibt es zwei VIP-Karten für ein Heimspiel der Handballerinnen vom Thüringer HC in Bad Langensalza, zwei VIP-Tickets für ein Konzert in der Messe Erfurt sowie einen Lotto-Spielschein 6aus49 mit 288 Gewinnchancen über acht Wochen. Zwei Gewinner der Umfrage sollen auch am 30. April 2022 beim Ball des Thüringer Sports feiern – gemeinsam mit den dann aktuell  gekürten Sportlern des Jahres 2021, die im Mittelpunkt des Balls ihre Kristallpokale erhalten sollen. „Die Durchführung des Balls des Thüringer Sports ist fest eingeplant. Wir wollen ihn nicht ein drittes Mal in Folge absagen. Allerdings müssen wir nach wie vor die Entwicklung der Corona-Pandemie im Auge behalten. Eine finale Entscheidung zur Durchführung soll noch in diesem Jahr getroffen werden“, erklärt Thomas Zirkel,  Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen.

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Die nominierten Kandidaten

Sportlerin des Jahres 2021 - nominiert in alphabetischer Reihenfolge:

  • Dajana Eitberger (RC Ilmenau, Rennrodeln, WM-Dritte Sprint/ Einzel)
  • Pauline Grabosch (RSC Turbine Erfurt/ Theed-Projekt-Cycling, Weltmeisterin Teamsprint mit Weltrekord, EM-Zweite Teamsprint, Zeitfahren)
  • Lisa Klein (RSC Turbine Erfurt/ Canyon SRAM Racing, Radsport, Olympiasiegerin mit Weltrekord Mannschaftsverfolgung, Weltmeisterin Mixed-Staffel)
  • Michelle Kroppen (SV GutsMuths Jena, Bogenschießen, Bronze Olympische Spiele Team, EM-Zweite Mannschaft)
  • Nadine Messerschmidt (FV SSZ Suhl, Sportschießen, 5. Platz Olympische Spiele Skeet, EM-Vierte)
  • Julia Taubitz (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal, Rennrodeln, Weltmeisterin Einzel/ Sprint)

Sportler des Jahres 2021 - nominiert in alphabetischer Reihenfolge:

  • Noah Bitsch (Bushido Waltershausen, Karate, EM-Dritter, 5. Platz Olympische Spiele Kumite)
  • Nils Dunkel (MTV Erfurt, Turnen, 8. Platz Olympische Spiele Mannschaft)
  • Christopher Grotheer (BRC Thüringen, Skeleton, Weltmeister Einzel/ Team-Staffel)
  • Jonathan Hilbert (LG Ohra-Energie, Leichtathletik, Silber Olympische Spiele 50km Gehen)
  • Max Langenhan (BRC 05 Friedrichroda, Rennrodeln, WM-Vierter, WM-Sechster Sprint)
  • Tony Martin (RSC Turbine Erfurt/ Jumbo-Visma, Weltmeister Mixed-Staffel)

Mannschaft des Jahres 2021 - nominiert in alphabetischer Reihenfolge:

  • Bobteam Hans-Peter Hannighofer (BRC Thüringen, WM-Dritte Zweierbob)
  • Bobteam Mariama Jamanka (BRC Thüringen (WM-Vierte Monobob, WM-Sechste Zweierbob)
  • Toni Eggert/Sascha Benecken (BRC Ilsenburg/ RT Suhl, Rennrodeln, Weltmeister, WM-Dritte Sprint)
  • RSB Thuringia Bulls (Rollstuhlbasketball, Deutscher Meister, 2. Platz Champions Cup)
  • FC Carl Zeiss Jena (Frauenfußball, Deutscher Meister 2. Liga/ Aufstieg 1. Frauen-Bundesliga)
  • VfB Suhl Lotto Thüringen (Volleyball, 6. Platz 1. Bundesliga)

Behindertensportler des Jahres 2021 - nominiert in alphabetischer Reihenfolge:

  • Sven Baum (Bushido Karate Waltershausen, Para-Karate, Deutscher Meister, WM-Nominierung im November)
  • Stephanie Beyer (GSC Erfurt, Radsport – gehörlos, zweifache Deutsche Vizemeisterin)
  • Laurenz Fehling (TTV Hydro Nordhausen, Para-Tischtennis, Deutscher Meister)
  • Isabelle Foerder (Handicap Sports Club Erfurt, Para-Leichtathletik, 4. Platz Paralympics 100m)
  • Julius Haupt (PSV Weimar, Rollstuhlfechten, Deutscher Meister, WM-Sechster Mannschaft)
  • Daniel Scheil (Handicap Sports Club Erfurt, Para-Leichtathletik, 5. Platz Paralympics Kugelstoßen)

Der Jury 2021 gehörten an:

  • Andrea Burke (Zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin, fünfmalige Thüringer Sportlerin des Jahres)
  • Katharina Bechtel (Bundesstützpunkt-Trainerin Sportschießen/ Flinte)
  • Jens Filbrich (Trainer am Bundesstützpunkt, ehemaliger Skilangläufer, Olympia-Silber 2006)
  • Axel Eger (Präsident Thüringer Journalistenclub/ Thüringer Allgemeine)
  • Axel Lukacsek (Thüringer Journalistenclub/ Thüringer Allgemeine)
  • Steffen Ess (Thüringer Journalistenclub/ Thüringer Allgemeine)
  • Lutz Rösner (Vizepräsident Landessportbund Thüringen)
  • Dr. Bernd Neudert (Leiter Olympiastützpunkt Thüringen)
  • Arnd Heymann (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Stiftung Thüringer Sporthilfe)

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