Erfurt - Die Thüringer Landesregierung will einen Führerschein für Hundebesitzer einführen. Ein entsprechendes Gesetz soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden, kündigte Innenminister Peter Huber (CDU) am Mittwoch in Erfurt an. Laut Huber müssen Hundebesitzer künftig auch eine Haftpflicht für ihre Tiere nachweisen.

Hintergrund ist der Tod einer Dreijährigen im Kyffhäuserkreis, die vor Pfingsten von vier Kampfhunden totgebissen worden war.
Die bisher geltende Gefahrenhundeverordnung in Thüringen werde durch ein Gesetz ersetzt, das mehr Durchschlagskraft habe. Eine Rasseliste für besonders gefährliche Hunde lehnte der Minister aber weiterhin ab. Diese wird zwar in zahlreichen Bundesländern erstellt, ist aber bei Experten heftig umstritten.

Eine geschlossene Rasseliste für besonders gefährliche Hunde lehnte der Minister aus rechtlichen Gründen weiterhin ab. Das sei Populismus, der kein greifbares Ergebnis bringe. Er plädierte für eine offene Einstufung gefährlicher Hunde, unter die sowohl Kampfhunde wie Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier als auch auffällig gewordene Tiere anderer Rassen fallen. «Die weitaus meisten Bisse stammen von Schäferhunden, Rottweilern und Golden Retrievern», sagte Huber.