Meiningen - Die beiden Männer fühlen sich nicht gut, wenn sie nachts in Suhl unterwegs sind. Die Unterführung, in der sie in einer Nacht vor fast zwei Jahren auf dem Heimweg von der Arbeit überfallen worden sind, meiden sie ganz. Sie berichten im Prozess am Landgericht Meiningen zwar völlig sachlich, was ihnen widerfahren ist, schweigen aber beide lange, als die Vorsitzende Richterin wissen will, wie es ihnen mit dem Gedanken an den Überfall geht. "Nicht gut", sagt der eine - er erinnere sich immer wieder an die "Schritte hinter uns". Er frage sich immer wieder, sagt der andere, was gewesen wäre, hätten die Schläge auf den Kopf ihn schlimmer verletzt - "ich hab eine kleine Tochter". Und er könne nach wie vor nicht ertragen, von hinten angefasst zu werden.