Thüringen Siegesmund will millionenschweren Klima-Notfonds

Anja Siegesmund (Bündnis90/Die Grünen), Umweltministerin von Thüringen, spricht. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa

Mosbach (dpa/th) - Thüringen sollte nach Meinung von Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) einen Klima-Notfonds auflegen, der über einen hohen Millionenbetrag verfügt. "Daraus könnte für Bürger, Kommunen und Unternehmen unbürokratisch und schnell Hilfe nach Unwettern geleistet werden", sagte Siegesmund am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Mosbach (dpa/th) - Thüringen sollte nach Meinung von Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) einen Klima-Notfonds auflegen, der über einen hohen Millionenbetrag verfügt. "Daraus könnte für Bürger, Kommunen und Unternehmen unbürokratisch und schnell Hilfe nach Unwettern geleistet werden", sagte Siegesmund am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie hatte zuvor die Gemeinde Mosbach im Wartburgkreis besucht, in der es nach einer Überflutung am Wochenende hohe Schäden an der Infrastruktur gibt.

Baden-Württemberg habe mit einem Klima-Notfonds bereits gute Erfahrungen gemacht, so Siegesmund. Für Thüringen sollte er ihrer Meinung nach mit 100 Millionen Euro dotiert sein. Er sei nicht nur für Überflutungen, sondern auch für Sturm- oder Dürreschäden gedacht. "Wir haben Jahr für Jahr solche Extremlagen - dafür müssen wir vorsorgen."

"Eine kleine Gemeinde wie Mosbach ist überfordert, so starke Unwetterschäden zu beseitigen", sagte die Ministerin. Hilfe könne sie aus dem bereits bestehenden Fonds Klima-Invest erhalten. Finanziert werden könnte ein Konzept, wie sich die Gemeinde besser vor den Folgen von Starkregen schützen könne und welche bauliche Veränderungen dafür notwendig seien. Bereits im Juni 2020 habe es Überflutungen gegeben.

In der Thüringer Kabinettssitzung am Dienstag sei auch darüber diskutiert worden, wie Mosbach erneut mit Mitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm geholfen werden könne, sagte Siegesmund. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte zuvor Hilfen in Aussicht gestellt. Siegesmund appellierte an Bürger und Kommunen, Elementarschadenversicherungen abzuschließen. "Sie sind wirklich wichtig. Das Land kann nur bedingt Hilfe leisten, wenn Unwetterschäden auftreten."

Zu Unwetterschäden war es am Wochenende in mehr als zehn Kommunen im Freistaat gekommen. Betroffen war neben Mosbach unter anderem Gierstädt (Landkreis Gotha).

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