Erfurt Sechs Kinder und Jugendliche versteckt in Lastwagen entdeckt

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet. Foto: Patrick Pleul/dpa/Archivbild/dpa

Aus Afghanistan stammende Kinder und Jugendliche sind bei Erfurt auf der Ladefläche eines Lastwagens entdeckt worden.

Erfurt - Den sechs 10- bis 16-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag. Die Kinder seien am späten Donnerstagnachmittag entdeckt worden, nachdem an der Plane eines beim Güterverkehrszentrum geparkten Lastwagens eine Beschädigung festgestellt worden war, an der Hände zu erkennen gewesen seien. Nach Schätzungen der Bundespolizei waren die Kinder etwa ein bis drei Tage versteckt auf dem Lastwagen unterwegs.

Die Kinder seien mit Hilfe eines Dolmetschers zunächst kurz befragt worden. Über das Jugendamt Erfurt seien sie die Nacht über in Einrichtungen untergebracht worden. Am Freitag sollten sie von speziell geschulten Personal weiter befragt werden. Die Ermittler erhoffen sich so auch, Hinweise auf die Hintermänner zu erhalten, die die Kinder unerlaubt nach Deutschland brachten.

Der Fahrer des eigentlich mit Waren für ein Möbelhaus beladenen Lastwagens aus Rumänien sei zunächst als Beschuldigter vernommen worden. Der Verdacht, er könne Teil der Schleuser sein, habe sich aber nicht erhärtet. Der Mann habe nach der Vernehmung gehen können, sagte der Bundespolizeisprecher. Der Lastwagen sei am Freitag noch nach weiteren Spuren und Hinweisen untersucht worden.

Die Bundespolizei ermittle nun gegen unbekannt wegen Einschleusens von Ausländern. Manche Kriminelle machten ein Geschäftsmodell daraus, geflüchtete Menschen etwa von Südosteuropa für viel Geld auf illegale Weise nach Mitteleuropa zu holen, sagte der Sprecher. Die Masche sei bekannt. Meist fielen solche Lastwagen aber nahe der deutschen Grenzen bereits auf. Dass sie es bis nach Thüringen schaffen, sei eher selten der Fall.

Um die Kinder werde sich nun wahrscheinlich ein amtlich bestellter Pfleger kümmern, der vermutlich Asylanträge für sie stellen werde. Dann könnten die Kinder in eine Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete kommen, sagte der Bundespolizeisprecher.

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