Wenn Stephan Lux am heutigen Montagabend in der Ruhlaer St.Trinitatis-Kirche in die Tasten des Klaviers greift, dann tut er das mit besonderer Leidenschaft und Hingabe. Hunderte Konzerte hat der bekannte Pianist aus Düsseldorf schon im In-und Ausland gegeben. Doch dieser Auftritt in Ruhla im Wartburgkreis ist ein ganz besonderer. Nicht nur wegen des echten Blüthner-Flügels, an dem er sitzt. Den haben die Ruhlaer - dem Ereignis angemessen - eigens aus Leipzig geholt. Das aber ist nicht das Einmalige. Es ist vielmehr die Musik, die der Pianist dem Instrument entlockt. Mehr als ein Jahrhundert war sie nicht mehr zu hören. Nirgendwo - in keinem Konzertsaal, in keiner Kirche, auf keiner Bühne. Stephan Lux musste das Stück aus der Oper "Das Käthchen von Heilbronn" erst bearbeiten, damit er es heute auf dem Klavier überhaupt spielen kann. "Es ist eine Welterstaufführung", sagt er. "Großartig, nicht wahr?"