Nicht erst seit der Veröffentlichung von Nazi-Anzeigen im Amtsblatt der Stadt Hildburghausen fühlen sich Juden in Deutschland und auch Thüringen bedroht - weil der Antisemitismus in der Bundesrepublik und auch in Europa wieder so mächtig ist, wie er das seit Jahrzehnten nicht war. Im Interview mit dieser Zeitung spricht der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, darüber, was dieses ständige Bedrohungsgefühl mit Juden heute macht; warum ihn die Reaktion der CDU auf die Veröffentlichung der Nazi-Propaganda nicht zufriedenstellt; und darüber, wie viel Kraft es kostet, ständig vor wachsendem Antisemitismus warnen zu müssen. Denn vor den Nazi-Anzeigen waren das Bratwurstmuseum und die Nazi-Glocken. Und Schramm spricht über anständige Leute, wie seinen Vater.
Thüringen Nazi-Anzeige: "Wie groß hätte das Opfer denn noch sein müssen?"
Interview: Sebastian Haak 11.03.2019 - 07:35 Uhr