Nach gewaltsamen Tod 58-Jähriger zu Haft verurteilt

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild/dpa

Im November 2020 stirbt eine 86-Jährige gewaltsam. Ein Gericht hat nun ihren 58-jährigen Gartennachbarn verurteilt.

Erfurt/Geraberg - Nach dem gewaltsamen Tod einer 86-Jährigen in Geraberg (Ilm-Kreis) ist der angeklagte Gartennachbar der Frau zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer verurteilte den Mann am Dienstag wegen eines minder schweren Fall des Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten, wie das Landgericht mitteilte.

Im November 2020 hatte der Mann versucht, die Seniorin auf den Mund zu küssen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 58-Jährige ihr, nachdem sie seinen Annäherungsversuch abwehrte und zu schreien begann, so lange einen Lappen auf Nase und Mund gepresst hatte, bis sie erstickte. Bereits zu Beginn des Prozesses hatte der Deutsche die Tat eingestanden und sich entschuldigt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren beantragt. Die Verteidigung hatte wiederum mit der Begründung, der Angeklagte sei bei der Tat schuldunfähig gewesen, auf Freispruch plädiert. Dies bezog das Gericht mit der anerkannten verminderten Schuldfähigkeit in die Urteilsverkündung ein. "Den minder schweren Fall des Totschlags hat die Kammer insbesondere deshalb angenommen, weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig war", hieß es. Ein Gutachter hatte dem Mann bereits zu Beginn des Prozesses einen Intelligenzquotienten "im unteren Normbereich" attestiert.

Zum Prozessbeginn Mitte Mai war nicht mit einem Urteil vor Mitte Juli gerechnet worden. Das Urteil nach insgesamt fünf Verhandlungstagen ist noch nicht rechtskräftig.

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