Die Stadt Saalfeld jagt Temposünder seit Anfang der Woche auch mit einem mobilen Fenster-Blitzer. Der soll vor allem in schmalen Straßen eingesetzt werden. Vor allem in Facebook reagierten Nutzer der "Gruppe Blitzer in Saalfeld und Umgebung" mit Unverständnis für solch "dreiste Abzocke".

"Mit Abzocke hat das gar nichts zu tun", sagt Christopher Mielke, der Pressesprecher der Stadt Saalfeld gegenüber der Ostthüringer Zeitung. Vielmehr sei das ein erster Versuch mit neuer Technik für Kontrollen auf engem Raum an einer Stelle, die als Gefahrenbereich ermittelt wurde. Bisher sei es unmöglich gewesen, in derartigen Bereichen zu kontrollieren, da die früheren Geräte mehr Platz benötigten. Es werde weitere Einsätze der neuen Technik im Stadtgebiet geben.

Selbst Fahrradfahrer sind zu schnell unterwegs

Das Gebäude neben dem Stadtmuseum, in dessen Fenster erstmals eingesetzt wurde, gehöre ebenfalls der Stadt und könne damit unkompliziert für diesen Einsatz genutzt werden. Frühere Datenerhebungen hätten gezeigt, das dort bei einem Tempolimit von 20 Kilometern pro Stunde oft zu schnell gefahren werde und das bereits zu mehreren Fahrradunfällen geführt hätte.

Gemietet hat die Stadt den Fenster-Blitzer laut Mielke für drei Jahre. Das Gerät sei die ganze Woche über im Einsatz - auch am Wochenende und in den frühen Morgenstunden.

In der Facebook-Gruppe "Blitzer Saalfeld und Umgebung" gibt es aber außer Kritik auch konkrete Hinweise, wo es aus Sicht der Nutzer sinnvoller wäre, den Blitzer aufzustellen. Andere wiederum nehmen es einfach mit Humor und meinen, "das Ding" solle am besten "als Großmütterchen verkleidet" werden. Die Administratoren der Facebook-Seite bieten inzwischen sogar "Fotoberechtigungskarten" an. Gegen einen entsprechende Antrag und eine minimale Gebühr von 59,99 Euro könne dann der Stellplatz gemietet werden. cob

Über dieses Thema berichtet auch der MDR im Thüringen Journal (9. März, 19:00 Uhr)