Erfurt MDR: Rechtsextremisten weiter am Herrenberg aktiv

Ein Blaulicht an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild/dpa

Die rechtsextreme Szene soll nach einem MDR-Bericht auch nach der Räumung eines Neonazi-Zentrums im Erfurter Wohngebiet Herrenberg aktiv sein.

Erfurt - Der Sender stützte sich bei seinem Bericht am Sonntag auf Einschätzungen von Thüringens Verfassungsschutzpräsidenten Stephan Kramer. Die Bedrohungslage durch Rechtsextremisten bestehe dort weiter, sagte Kramer. "Die Hemmschwelle, Gewalt einzusetzen, ist sehr niedrig."

Bei täglichen Begegnungen im Wohnquartier ließen die Rechtsextremisten "keinen Zweifel daran, wer Herr auf der Straße ist", sagte Kramer dem Sender. Im Ortsteilbeirat seien Neonazis ebenfalls weiter vertreten.

Laut MDR hat die Polizei seit der Räumung der Immobilie der Rechten im Dezember 2020 vier Anzeigen im Bereich rechter politischer Kriminalität erfasst. Theresa Lauß von der Thüringer Opferberatung "ezra" sagte dem MDR, sie gehe jedoch davon aus, dass Betroffene aus Angst kaum Anzeigen stellten. Auch ein Sprecher der Stadt Erfurt sagte, die Situation sei weiter als kritisch einzuschätzen.

Der Treffpunkt am Herrenberg galt in den vergangenen Jahren als eine der wichtigsten Neonazi-Immobilien Thüringens mit Konzerten und Veranstaltungen verschiedener rechtsextremer Parteien.

Autor

 

Bilder