Thüringen Land plant nicht mit provisorischen Corona-Krankenhäusern

dpa
26.11.2021, Thüringen, Saalfeld: Ein Corona-Patient wird mit einem Notarzt-Intensivmobil von den Thüringen Kliniken in ein Krankenhaus nach Hannover verlegt. (zu dpa «Land plant nicht mit provisorischen Corona-Krankenhäusern») Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Angesichts der angespannten Lage auf den Intensivstationen mussten schon mehrere Corona-Patienten aus Thüringen in andere Bundesländer verlegt werden. Was passiert, wenn auch dort die Kapazitäten erschöpft sind?

Erfurt - Trotz der angespannten Lage in vielen deutschen Krankenhäusern gibt es im Thüringer Gesundheitsministerium derzeit keine Pläne, Corona-Intensivpatienten zum Beispiel ins Ausland zu verlegen, sollte deren Verlegung in andere Bundesländer nicht mehr möglich sein. Bei Verlegungen schwerkranker Covid-19-Patienten sänken nach der Einschätzung von Medizinern deren Überlebenschancen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Insbesondere über größere Distanzen geschieht dies rapide."

Auf den Intensivstationen von Thüringer Krankenhäusern waren zuletzt täglich zwischen etwa 210 und 220 Corona-Patienten betreut worden. Es sind bereits einzelne Patienten aus Thüringen in andere Bundesländer verlegt worden. Allerdings sind die Kapazitäten vor allem in der Intensivmedizin bundesweit knapp.

Auch gibt es im Land nach Angaben der Sprecherin derzeit keine Überlegungen, zum Beispiel Messe- oder Kongresshallen zu provisorischen Krankenhäusern umzubauen, sollte sich die Lage in den Krankenhäusern weiter verschlechtern. Am Beispiel des inzwischen abgebauten Corona-Notfallkrankenhauses auf dem Berliner Messegelände zeigten sich die grundlegenden Probleme solcher Einrichtungen, sagte die Sprecherin: Unter anderem sei es sehr schwer, das medizinische Personal zu finden, um derartige Anlagen zu betreiben. Auch deren Finanzierung sei unklar, sowie die Frage, wer eine solche provisorische Klinik betreiben solle.

Ohnehin sei derzeit nicht absehbar, ob und - wenn ja - wann der Punkt erreicht sein könnte, ab dem eine Verlegung von Thüringer Intensivpatienten innerhalb des Freistaats oder auch in andere Bundesländer gar nicht mehr vorgenommen werden könne, sagte die Sprecherin. "Der bisherige Verlauf der Pandemie hat auf dramatische Weise gezeigt, dass – wenn auch auf Kosten aller Beschäftigten und unter Abweichung von sonst üblichen Standards – die Belastungsgrenzen des Gesundheitswesens, insbesondere in der stationären Versorgung, immer weiter "verschoben" werden", sagte die Sprecherin.

Das zentrale Instrument, um Kapazitäten im Gesundheitssystem für die Versorgung von schwerkranken Corona-Patienten und auch anderen Intensivpatienten frei zu halten, sei, alle planbaren Aufnahmen, Behandlungen und Eingriffe in Krankenhäusern konsequent zu verschieben, wenn das medizinisch möglich sei.

 

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