Thüringen Erste Metaller-Warnstreiks in Thüringen angelaufen

"Gemeinsam für ein gutes Leben" steht auf einem Zeltdach der IG Metall. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie sind in Thüringen erste Warnstreiks angelaufen. So legten am Dienstagfrüh um 5.30 Uhr rund 200 Mitarbeiter des Automobilzulieferer MDC Power in Kölleda für eineinhalb Stunden die Arbeit nieder, wie der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Erfurt, Ilko Vehlow, sagte.

Erfurt - Auch beim Autozulieferer Norma in Gerbershausen blieben 50 Beschäftigten der Arbeit fern. Vehlow kündigte für die laufende Woche täglich weitere Warnstreiks an. Unter anderem könnte die Schuler AG in Erfurt, die Siemens AG in Erfurt und Waltershausen, Hydrema in Weimar sowie einzelne Bosch-Betriebe davon betroffen sein.

In Thüringen treten die Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag für rund 20 000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie auf der Stelle: Mitte Februar war die dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgebrochen worden. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen (VMET) hatte ein bereits aus anderen Tarifgebieten bekanntes Angebot vorgelegt. "Die Arbeitgeber haben die Frechheit besessen uns zu sagen, es müsse Verzicht geübt werden", sagte Vehlow. Das könne man nicht akzeptieren.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem rund vier Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Außerdem hat sie eine Arbeitszeitverkürzung ins Spiel gebracht. Die Arbeitgeber beharren jedoch auf einer Nullrunde in diesem Jahr. Für die ostdeutschen Tarifgebiete geht es zudem um die Angleichung der Wochenarbeitszeit. Gegenwärtig arbeiteten die Thüringer Metaller bei gleichen Bezügen drei Wochenstunden länger als ihre westdeutschen Kollegen, so Vehlow. "Da muss einfach mal Bewegung ins Spiel kommen." Für Thüringen wurde bisher kein neuer Verhandlungstermin festgelegt.

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