Gera - In Ostthüringen hat am Freitagmorgen zwei bis drei Sekunden lang die Erde gebebt. «Die Stärke der Erschütterung betrug 2,8 auf der Richter-Skala», sagte Matthias Meininger vom Biodynamischen Observatorium Moxa der Universität Jena.

In Ostthüringen als Ausläufer der Störungszone des Eger-Grabens würden öfter leichte Beben auftreten, die jedoch meist praktisch unbemerkt blieben. Die jetzige Bebenstärke rage aus dem Durchschnitt heraus. Schäden gab es nach Angaben der Polizeidirektion Gera nicht.

«Bei uns gingen gegen 6.45 Uhr mehrere Anrufe von besorgten Menschen aus Ronneburg, Berga und Wünschendorf ein, die uns von Erschütterungen ihrer Häuser berichteten», sagte eine Sprecherin der Polizei Gera.

Der Eger-Graben verläuft in Tschechien parallel zum Erzgebirge. Er liegt auf einer Scholle, die durch den horizontalen Druck der afrikanischen Kontinentalplatte entstanden ist. Die Scholle senkt sich jedoch im Gegensatz zu ihrer Umgebung ab. Dadurch kommt es immer wieder zu Spannungen in den Gesteinsschichten, die sich durch leichte Beben ausgleichen. Meininger sagte weiter, das Erdbeben habe nichts mit dem früheren Uranabbau im Gebiet um Ronneburg zu tun.

(red/dpa)