Geisa/Rasdorf - In der Zeit des Kalten Krieges galt der in der Rhön direkt an der innerdeutschen Grenze gelegene US-Stützpunkt "OP Alpha" als besonders gefährlich. Im Kriegsfall rechnete die NATO an dieser Stelle mit einem Angriff des Warschauer Paktes durch die "Fuldaer Lücke" in Richtung Frankfurt/Main. Point Alpha war rund um die Uhr mit 40 US-Soldaten besetzt, in Krisensituationen konnten es bis zu 200 sein. Als im Herbst 1989 die friedliche Revolution die innerdeutsche Grenze zu Fall brachte und in der Folge der Kalte Krieg zu Ende ging, war der US-Stützpunkt zwischen dem thüringischen Geisa und dem hessischen Rasdorf überflüssig. Am 31. März 1990 endete der Dienst der Amerikaner mit der letzten Grenzpatrouille einer Einheit des 11th Armored Cavalry Regiment. Eine Bürgerinitiative rettete Mitte der 90er Jahre Point Alpha vor Abrissplänen der damaligen hessischen Landesregierung, gründete einen Verein und baute ihn zur Gedenkstätte aus, die inzwischen international bekannt ist und jährlich rund 100 000 Besucher hat.
Thüringen Ein Stück Weltgeschichte in der Rhön
Von Stefan Sachs 25.04.2015 - 00:00 Uhr