An diesem Morgen ist es still auf der Hauptstraße. Die Stufen in dem schmalen Treppenaufgang sind beschwerlicher zu erklimmen als sonst. Drinnen in der Praxis klingelt ununterbrochen das Telefon, aus dem Behandlungsraum dringt Gelächter, im Nebenzimmer puckert ein Wehenschreiber. In der Tür gegenüber erscheint die Schwester und bittet herein. Genau dort wartet der Schock: Kerstin ist 37, als der größte Alptraum ihres Lebens beginnt: Brustkrebs. Nach der Diagnose muss sie sich eine Brust abnehmen lassen und anschließend eine hochdosierte Chemotherapie durchleben. Der Krebs hat schon gestreut. Sie sitzt wie gelähmt vor ihrer Ärztin.