Erfurt/Berlin - Mehr als sechs Millionen sogenannte Erhebungskarten sind seit Anfang des Jahres in Deutschland an repräsentativ ausgewählten Gerichten und Staatsanwaltschaften in Umlauf. In Thüringen müssen Richter, Staatsanwälte, Rechtspfleger und Schreibkräfte des Amtsgerichts Jena sowie der Staatsanwaltschaft Mühlhausen sich mit diesen Formularen beschäftigen, die bei manchem, der sie ausfüllen muss, böse Gefühle wecken. Unter der Abkürzung "Pebb§y" - das Paragrafenzeichen wird wie ein "s" gesprochen - versucht die deutsche Justiz mit Hilfe dieser Karten gerade, zu ermitteln, wie lange es dauert, einzelne Rechtssachen zu bearbeiten. "Und das nicht auf Grundlage von subjektiven Einschätzungen, sondern nach einem wissenschaftlich-analytischen System auf einer bundesweit repräsentativen Grundlage", sagt der Leiter der Zentralabteilung im Thüringer Justizministerium, Thomas Kunz. Er gehört zu den Befürwortern des Projekts.