Meiningen - Mit manchen Sätzen, die im Prozess um Raub und Körperverletzung am Landgericht Meiningen fallen, dürften einige der Beteiligten nicht viel anfangen können. Wenn etwa davon die Rede ist, dass jemand "nicht immer sozialadäquat reagiert" oder wenn von "mangelnder Impulskontrolle" gesprochen wird. Im Drogen-Milieu ist die Sprache eine andere. Und dort ist der angeklagte Mann, dort sind etliche Zeugen zu Hause; mehrere wohnen in einem Block in Suhl, der bei Polizei und Justiz bekannt und berüchtigt ist. "Wunderliches" erlebe man immer wieder, sagt der Vorsitzende Richter, wenn Bewohner dieses Hochhauses vor Gericht aussagen sollen. Keine falsche Prognose. Ein Teil der Anklage - die Raub, versuchte räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung umfasst - ist nach den Aussagen der Zeugen, die überhaupt im Prozess erscheinen, nicht zu halten.