Impfdosen aufgebraucht Ansturm auf Thüringer Impfstellen

dpa
Ein Schild weist den Weg zu einem Impfzentrum. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild/dpa

Lange Schlangen und stundenlange Wartezeiten vor den Thüringer Impfstellen: Beim landesweiten Impfen ohne Termin war der Andrang riesig. Der Freistaat bestellte daher bereits neue Impfdosen nach.

Erfurt/Weimar - Die besorgniserregende Pandemiewelle und die neuen strengen Corona-Regeln in Thüringen haben am Samstag zu einem Ansturm auf die Impfstellen im Land geführt. Die Impfstellen, die samstags eine Spritze ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten, seien regelrecht überrannt worden, sagte Jörg Mertz, Impfmanager der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen auf Anfrage.

Mancherorts wie in Mühlhausen hätten Impfwillige bereits vier Stunden vor Beginn der landesweiten Aktion um 7.30 Uhr ausgeharrt. Laut Mertz wurden bei der samstäglichen Impfaktion bis zu 10.000 Menschen mit den Impfstoffen von Moderna und Johnson & Johnson geimpft. Etwa die Hälfte davon sei zu ihrer Erstimpfung gekommen.

Vor allem das Vakzin von Johnson & Johnson sei stark nachgefragt und die vorhandenen Dosen bereits vor Schließung der Impfstellen um 13.30 Uhr aufgebraucht gewesen, sagte Mertz. Bei Impfungen mit diesem Präparat ist nur eine Spritze nötig. Das Land orderte daher beim Bund nach und bekommt in der nächsten Woche laut dem Gesundheitsministerium 50.000 zusätzliche Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson.

Diese Zusage habe Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Samstag von dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhalten, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die zusätzlichen Dosen seien für die künftigen Impfaktionen ohne Termin sowie für weitere Termin-Impfungen in den regionalen Impfstellen vorgesehen. Wegen knapper Biontech/Pfizer-Lieferungen vom Bund hatte Thüringen bereits angekündigt, ab dem 1. Dezember über 30-Jährige bei ihren Terminen in den Impfstellen mit dem Vakzin von Moderna zu impfen.

Indes steigt die Corona-Inzidenz im Freistaat weiter ungebremst an. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Samstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 852,8. Am Vortag lag der Wert noch bei 805,7. Thüringen bleibt damit bundesweit das am zweitstärksten von der Infektionswelle betroffene Bundesland. Nur im Nachbarland Sachsen war die Inzidenz (1201,1) noch höher.

Inzwischen weisen im Freistaat sechs Landkreise eine Inzidenz von über 1000 aus. Mit 1455,6 ist die Corona-Ansteckungsrate landesweit im Kreis Hildburghausen am höchsten. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Thüringen 3370 neue Covid-19-Fälle. Zudem gab es zehn weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Corona. Aufgrund überlasteter Krankenhäuser im Freistaat wurden in den vergangenen Tagen bereits erste Intensivpatienten mit Covid-19 nach Niedersachsen verlegt.

 

Bilder