Gera - Wie eine Sprecherin des Landgerichts Gera dem MDR Thüringen bestätigte, wirft die Staatsanwaltschaft der 59-jährigen Angeklagten zudem Geiselnahme, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, gemeinschaftlichen Diebstahl und Freiheitsberaubung sowie üble Nachrede vor. Die Frau sitzt bereits seit Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Sie bestreitet die Vorwürfe.
Die angeklagte promovierte Psychiaterin bot in Thüringen Heiltherapien an. Sie ist Vorsitzende eines Vereins, der nach eigenen Angaben für „mütterliche Werte" eintritt. Sie soll, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, Familienangehörige einer Klientin wegen mutmaßlicher sexueller Misshandlungen eingesperrt, beraubt und geschlagen haben. Laut Anklage soll sie dabei von ihrer Lebenspartnerin und weiteren Personen unterstützt worden sein. Gegen diese führt die Staatsanwaltschaft Gera nach Informationen des MDR weitere Ermittlungsverfahren, die noch nicht abgeschlossen sind.
Der Prozess gegen die Ärztin soll Anfang September vor dem Landgericht Gera stattfinden. Angesetzt sind bislang 15 Verhandlungstage. 34 Zeugen sollen geladen werden. Das Strafgesetzbuch sieht für erpresserischen Menschenraub eine Strafe von fünf bis 15 Jahren vor.