Erfurt Thüringens Jäger leiden offenbar seit Jahren unter Ladehemmung. Diesen Eindruck legt jedenfalls die Antwort von Forstminister Volker Sklenar (CDU) auf eine Kleine Anfrage des Hildburghäuser Linkspartei-Abgeordneten Tilo Kummer nahe. Demnach werden zwar durchschnittlich etwa 12 000 Stück Schalenwild pro Jahr im Landeswald zur Strecke gebracht, für rund 7500 dieser Abschüsse jedoch entfiel die Entrichtung von Jagdbetriebskostenbeiträgen. Was nichts anderes heißt, als dass weit über die Hälfte des erlegten Schalenwilds also Rehe, Rot- und Damhirsche, Mufflons sowie Wildschweine von Mitarbeitern der Landesforstverwaltung geschossen wurde, die im Zuge ihrer Dienstpflicht kostenfrei den Abzug drücken dürfen. Gegen Entgelt und damit von Jägern erlegt werden jährlich nur rund 4500 Schalenwild-Stücke. Das ist, bei etwa 9000 organisierten Waidmännern und -frauen im Freistaat, denn doch überraschend wenig.
Thüringen Abdrücken kostenlos im Revier
Von Redaktionsmitglied Jens Voigt 09.02.2008 - 00:00 Uhr