Suhl - Fehlendes Geschick im Marketing kann man Daniel Schmid und Thomas Martin nicht vorwerfen. Im Jahr 2010 überraschten sie die Welt mit ihrer Idee, den legendären Motorroller Schwalbe wiederzubeleben. Als Elektrofahrzeug. Als Produktionsstandort hatten sie sich Suhl ausgesucht. Nach dem Niedergang von Simson sollten endlich wieder Zweiräder aus dem Thüringer Wald kommen. Die Entscheidung für Suhl dürfte allerdings nicht ganz freiwillig erfolgt sein. Die Namensrechte der Simson-Produkte sind eng mit der Stadt verbunden. Das haben die Simson-Erben damals so festgelegt.
Die Ankündigung schlug ein wie eine Bombe. Kaum eine Zeitung, kaum ein Sender, die nicht über die Rückkehr der Schwalbe berichtet hätte. Doch die Welt wartet noch immer auf den Elektroroller. Schon mehrfach musste der Verkaufsstart verschoben werden. Und nun springt auch noch einer der Geldgeber ab. Wie diese Zeitung bereits gestern berichtet hatte, will der Darmstädter Energieversorger Entega seine Anteile abstoßen. In Hessen scheint man das Vertrauen in den Erfolg des Produkts verloren zu haben. Vor allem weitere Millionen-Spritzen für die Fertigentwicklung der E-Schwalbe scheute man bei Entega wohl.
Thüringen Ab 2013 soll die Schwalbe fliegen
Von Jolf Schneider 13.09.2012 - 00:00 Uhr