Thüringen Justiz arbeitet gegen Pensionswelle an: 184 Einstellungen

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Ein Justizbeamter. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild/dpa

Mehr als die Hälfte der Thüringer Richter und Richterinnen wird in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Das stellt die Justiz vor einer Herausforderung.

Mehr als die Hälfte der Thüringer Richter und Richterinnen wird in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Das stellt die Justiz vor einer Herausforderung.

Erfurt (dpa/th) - Der Generationswechsel in der Thüringer Justiz stellt weiterhin eine bedeutende Herausforderung dar. Die Personalentwicklung ist aus Sicht von Justizminister Dirk Adams in diesem Jahr mit Blick auf die Situation aber zufriedenstellend verlaufen. 2021 seien in der Justiz 184 Personen neu eingestellt worden - mehr denn je, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Erfurt. Man habe "ein Rekordjahr" zu verzeichnen.

Vor allem in den besonders von dem Generationswechsel betroffenen Staatsanwaltschaften und in den Gerichten hätten 2021 Anwärter und Anwärterinnen ihren Dienst aufgenommen. So wurden etwa 52 Proberichter und -richterinnen eingestellt. Auch würden 30 neue Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger aktuell ausgebildet. "Das ist dreimal so viel wie im Jahr 2017", sagte Adams. Unter anderem seien auch 16 neue Wachtmeisterposten besetzt worden.

Für 2022 seien bereits acht neue Einstellungen für Proberichter und Proberichterinnen vorbereitet worden. Weitere seien angedacht. "Es ist wichtig, dass wir auch weiterhin auf diesem hohen Niveau bleiben", sagte Adams. "Die größte Schwierigkeit, die wir dabei haben, ist die Frage, ob wir hinreichend geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden werden."

Thüringen steht vor einer Pensionswelle in Gerichten und Staatsanwaltschaften. In den kommenden zehn Jahren wird mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Richter und Richterinnen sowie der Staatsanwälte und Staatsanwältinnen in den Ruhestand gehen. Neueinstellungen sind somit zwingend erforderlich.

Die Probe für den Beruf des Richters oder der Richterin dauert drei bis fünf Jahre. In der Zeit werden die Urteile der zukünftigen Rechtssprechenden kontinuierlich begleitet und beurteilt, sagte Adams. So könne gewährleistet werden, "dass wir Menschen in den Dienst stellen, die mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz stehen".

2021 habe man alle Stellen, die frei wurden, gleich wieder besetzen können. Bereits in drei Jahren, also 2024, sowie in den Jahren 2029 bis 2031 sei aber mit besonders hohen Abgangszahlen zu rechnen. Sollten dann noch Menschen frühzeitig in den Ruhestand gehen, dann werden diese Jahre insbesondere sehr anspruchsvolle Jahre, sagte Adams. Man werde hier "noch einmal Schippe dazulegen müssen".

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